• vom 15.08.2017, 18:15 Uhr

Weltpolitik

Update: 15.08.2017, 19:36 Uhr

Donald Trump

Im Bett mit der "Alt-Right"-Bewegung




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (22)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ-Korrespondent Klaus Stimeder

  • Nach dem Drama von Charlottesville steht US-Präsident Donald Trump vor dem nächsten innenpolitischen Scherbenhaufen.



Washington D.C. Es war keine triumphale Heimkehr. Als US-Präsident Donald Trump zu Wochenbeginn das erste Mal seit Amtsantritt in seine alte Residenz in seiner Heimatstadt New York zurückkehrte, traute er sich nicht, in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Denn abertausende New Yorker hatten ihren Protest angekündigt, und so bestanden die für den persönlichen Schutz Trumps zuständigen Sicherheitsleute darauf, den Präsidenten inkognito zuerst nach Manhattan und dann in den Trump Tower einzuschleusen.

Nicht umsonst, mussten sie doch nach den Ereignissen des vergangenen Wochenendes das Schlimmste befürchten. Viele Amerikaner sind entsetzt ob eines Präsidenten, der eine rassistisch motivierte Tat nicht sofort aufs Schärfste verurteilt hat. Da half es wenig, dass Trump am Ende doch noch halbwegs angemessene Worte für den Irrsinn fand, der sich in den Tagen zuvor in Charlottesville (Virginia) abgespielt hatte: "Rassismus ist böse. Hassgruppen haben keinen Platz in Amerika."


Zu wenig, zu spät - und aus diesen Gründen und noch mehr schlicht unglaubwürdig, wie nicht nur die breite Mehrheit der professionellen US-Politkommentatoren befand. Die Vorgeschichte: Am Freitag und Samstag war es im Rahmen einer Demonstration von Neonazis, Neofaschisten, Mitgliedern des Ku-Klux-Klan sowie zahlreichen weiteren rechtsradikalen Splittergruppen in Charlottesville zu Ausschreitungen gekommen. Einer von ihnen, der 20-jährige James Alex Fields jr., war mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten gerast und hatte dabei die Rechtsanwaltsgehilfin Heather Heyer getötet. Sie wurde 32 Jahre alt. Ein halbes Dutzend weiterer Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Den Behörden in seiner Heimatstadt in Ohio war Fields in der Vergangenheit unter anderem dadurch aufgefallen, dass er mehrmals seine an den Rollstuhl gefesselte Mutter geschlagen hatte. Seine Mittelschullehrer gaben an, dass Fields schon seit langem eine "besondere Faszination für Adolf Hitler und die Nazis hegte."

Organisiert worden war die Demonstration von der sogenannten "Alt-Right"-Bewegung (ein Kürzel für "Alternative Right"): eine moderne Bezeichnung für alles, was heute in den USA rechtsradikal ist, sich aus Marketing-Gründen aber nicht mehr so nennen mag. Ihre Anhänger gehören von jeher zu den treuesten Trump-Fans.

Hitler-Gruß und
"Heil Trump!"

Eine insofern logische Entwicklung, war es doch niemand Geringerer als Trumps Wahlkampfchef und jetziger Chefberater Steve Bannon, der einst die Website "Breitbart News" zur "offiziellen Plattform der Alt-Right" machte. Am Tag von Trumps Angelobung zeigte das wohl prominenteste Aushängeschild der Bewegung, der 39-jährige Richard Spencer, vor seinen Glaubensbrüdern in einem Hotel in Washington den Hitler-Gruß, dazu die Worte: "Heil unseren Leuten! Heil Trump!"

weiterlesen auf Seite 2 von 2




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-15 18:21:06
Letzte ─nderung am 2017-08-15 19:36:04




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Angriff auf Moschee am Sinai
  2. Die Kultur des Erdöls
  3. Erste Parlamentswahl unter neuer Verfassung
  4. Kein wirklicher Friede in Kolumbien
  5. Flüchtlinge als Sklaven verkauft
  6. Polizei räumt australisches Flüchtlingslager Manus
  7. Nepals Sehnsucht nach Stabilität


Werbung


Werbung