• vom 16.08.2017, 17:54 Uhr

Weltpolitik

Update: 16.08.2017, 18:24 Uhr

Donald Trump

Nur der Ku-Klux-Klan jubelt




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  • Die Kritik an US-Präsident Donald Trump wächst nach Äußerungen zur Gewalt in Virginia. Rassisten sind indes begeistert.

Zum Widerstand ruft eine Demonstrantin vor dem Trump Tower in Manhattan auf.

Zum Widerstand ruft eine Demonstrantin vor dem Trump Tower in Manhattan auf.© reuters/Alfiky Zum Widerstand ruft eine Demonstrantin vor dem Trump Tower in Manhattan auf.© reuters/Alfiky

Washington. Präsident Donald Trump gerät wegen seiner umstrittenen Äußerungen zu rechter Gewalt in Charlottesville zunehmend in die Kritik. Global werden Stimmen, die Konsequenzen fordern, immer lauter. UN-Generalsekretär Antonio Guterres schrieb via Twitter: "Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit vergiften unsere Gesellschaften." Ein Twitter-Eintrag Barack Obamas hat innerhalb kürzester Zeit alle bisherigen Like-Rekorde gebrochen. "Niemand hasst von Geburt an jemanden aufgrund dessen Hautfarbe, dessen Herkunft oder dessen Religion", zitierte Obama den südafrikanischen Menschenrechtler Nelson Mandela. Der Eintrag wurde bis zum Mittwochmorgen mehr als 2,9 Millionen Mal "geliked".

Trump war zuvor zu seiner ursprünglichen Erklärung zurückgekehrt, in der er nicht explizit Gewalt durch Neonazis verurteilte, sondern rechte wie auch linke Extremisten verantwortlich für die Ausschreitungen machte. Daraufhin stieg Gewerkschaftspräsident Richard Trumka aus Trumps Industrierat aus. Er schloss sich mehreren Firmenchefs an, die den Rat, der den Präsidenten in wirtschaftspolitischen Fragen unterstützen soll, ebenfalls bereits verlassen hatten.


Viele Seiten sind "böse"
Bei einem Neonazi-Aufmarsch am Samstag war ein mutmaßlicher Rechtsextremist in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren und hatte dabei eine Frau getötet sowie mehrere Teilnehmer schwer verletzt. Trump bestand am Dienstag auf einer Pressekonferenz im New Yorker Trump Tower darauf, mit seinen ursprünglichen Schuldzuweisungen richtig gelegen zu haben. "Es gab eine Gruppe auf einer Seite, die böse war, und es gab eine Gruppe auf der anderen Seite, die auch sehr gewalttätig war", sagte Trump bezüglich der Demonstranten. Damit kehrte er zu seinen Äußerungen direkt nach der Tat zurück, die ihm Kritik auch in den eigenen Reihen beschert hatte. Zwischenzeitlich hatte er sich zwar von den Rechtsextremen distanziert, in der jüngsten Erklärung dies aber so nicht wieder aufgegriffen.

Der Vorsitzende des Gewerkschaftsverbandes AFL-CIO, Trumka, zog die Konsequenz: "Wir können nicht in einem Rat für einen Präsidenten vertreten sein, der Fanatismus und inländischen Terrorismus toleriert." Der Dachverband vertritt 12,5 Millionen Arbeiter. Zuvor hatten bereits der Chef des US-Pharmakonzerns Merck sowie die Vorsitzenden des Softwareriesen Intel und des Sportartikelherstellers Under Armour ihre Beraterposten aufgegeben.

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Dokument erstellt am 2017-08-16 18:00:05
Letzte nderung am 2017-08-16 18:24:56




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