• vom 17.08.2017, 12:02 Uhr

Weltpolitik

Update: 17.08.2017, 18:03 Uhr

Nordkorea-Konflikt

Reden trotz schwerer Differenzen




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Ungewöhnlich: US-Generalstabschef Dunford trifft Chinas Präsident Jinping.

Handshakes zwischen zwei mächtigen Männern sollen Schlimmeres im Notfall verhindern. - © APA, ap, Mark Schiefelbein

Handshakes zwischen zwei mächtigen Männern sollen Schlimmeres im Notfall verhindern. © APA, ap, Mark Schiefelbein

Peking. China Präsident Xi Jinping hat am Donnerstag in Peking den amerikanischen Generalstabschef Joseph Dunford empfangen. Das protokollarisch ungewöhnliche Treffen mit dem höchsten US-Militär könnte auch als Warnsignal an Nordkorea verstanden werden, das die Region mit seinen Provokationen in Atem hält.

Vor dem Hintergrund der Spannungen um das nordkoreanische Atom-und Raketenprogramm besucht der hohe General gerade Ostasien. Er hatte vorher Gespräche in Seoul geführt und wollte von Peking nach Tokio weiterreisen. Am Vortag hatte Dunford die chinesische Führung schon zu mehr Druck auf Nordkorea aufgefordert.

Schneller Austausch im Notfall

Beide Generalstäbe vereinbarten einen Kommunikationsmechanismus, um sich im Notfall schnell auszutauschen. US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea nach neuen Raketentests mit "Feuer und Wut" gedroht, während Nordkorea ankündigte, Raketen in Gewässer nahe der US-Pazifikinsel Guam abfeuern zu wollen. Machthaber Kim Jong-un stellte die Pläne dann aber vorerst wieder zurück.

Auch wenn die USA und China im Nordkorea-Konflikt kooperieren, gibt es schwere Differenzen über die chinesischen Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Seit dem Amtsantritt Trumps sind US-Kriegsschiffe schon dreimal nahe strittigen, von China beanspruchten Inseln gekreuzt, um für die Freiheit der Schifffahrt einzutreten. Peking ist verärgert, weil es seine Souveränität dadurch verletzt sieht. Der internationale Schiedshof in Den Haag hatte die chinesischen Ansprüche vor einem Jahr aber zurückgewiesen.

Bedrohung für Weltgemeinschaft

Das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas sei eine Bedrohung für die Weltgemeinschaft, einschließlich Chinas, Russlands, den USA und seiner Verbündeten, sagte der General bei einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Fang Fenghui am Mittwoch. Der General unterstrich die Bedeutung "offener und professioneller Kommunikationen" zwischen den Streitkräften Chinas und der USA, da beide Nationen in schwierigen Fragen nicht einer Meinung seien.

Eine bei seinem Besuch unterzeichnete Vereinbarung für einen Dialogmechanismus zwischen beiden Generalstäben sei ein hoffnungsvoller Schritt, der aber nur nützlich sein könne, wenn er das Risiko von Fehlkalkulationen reduziere. Das sei gerade jetzt wegen der wachsenden Provokationen Nordkoreas wichtig.

Streit um Gebiete

Die USA und China streiten unter anderem über die chinesischen Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump sind US-Kriegsschiffe schon dreimal mit Manövern nahe strittigen, von China beanspruchten Inseln für die Freiheit der Schifffahrt eingetreten, was Peking schwer verärgert.

China sieht dadurch seine Souveränität verletzt. Allerdings hatte der internationale Schiedshof in Den Haag die chinesischen Ansprüche vor einem Jahr für nicht rechtens erklärt.

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Dokument erstellt am 2017-08-17 12:05:05
Letzte nderung am 2017-08-17 18:03:46




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