• vom 20.09.2017, 17:39 Uhr

Weltpolitik

Update: 20.09.2017, 22:15 Uhr

UNO

Kurz warnt in New York vor einem Atomkrieg




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  • Außenminister bezeichnet "Hunger, Armut und Klimawandel" als wichtige Herausforderungen. Van der Bellen übt Kritik an Trumps Rede.



New York. China hat nach massiven Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Nordkorea zur Zurückhaltung aufgerufen. "Wir hoffen, dass die betroffenen Parteien Zurückhaltung üben und richtige Schritte unternehmen, um zu helfen, die Spannungen abzubauen", so der Sprecher des Außenministeriums, Lu Kang, am Mittwoch in Peking. China hoffe, dass die jüngsten Sanktionen der Vereinten Nationen umfassend und genau umgesetzt werden, so Lu Kang als Reaktion auf die Rede von Trump vor der UNO.

Der US-Präsident hatte am Dienstag mit der Vernichtung Nordkoreas gedroht.

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Mit den Sanktionen verpflichteten sich alle Parteien, den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren und für eine friedliche Lösung durch diplomatische Mittel zu arbeiten, hieß es in Peking. Indem die Spannungen reduziert werden, könnten die Bedingungen geschaffen werden, um bald wieder Verhandlungen über die Atomfrage aufzunehmen.

Außenminister Sebastian Kurz warnte unterdessen in seiner Rede in New York vor einem Atomkrieg. Die Gefahr einer nuklearen Auseinandersetzung sei so groß wie schon lange nicht, so Kurz im Hinblick auf die Nordkorea-Krise. Daher sei ganz generell die internationale Kooperation wichtiger denn je. Österreich sei bereit, seinen Beitrag dazu zu leisten.

Generell bezeichnete Kurz Themen wie "Hunger, Armut, Klimawandel, Organisierte Kriminalität und die Verbreitung von Waffen" als die wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. "Es beunruhigt mich, dass wir offenbar das Vertrauen verloren haben, dass Staaten und Institutionen diese Probleme lösen können."

Weiters rief der Außenminister dazu auf, islamistische Extremisten in Syrien oder im Irak zu bekämpfen. Er warnte allerdings davor, dass diese "nach unserem militärischen Sieg" in unsere Gesellschaften zurückkehren könnten.

Womit der Außenminister bereits beim Thema Migration angelangt war. Über 60 Millionen seien weltweit in Bewegung, warnte er. Allein die Bevölkerung Afrikas werde sich auf 2,5 Milliarden verdoppeln. "Die Migrationskrise ist ein globales Problem. Kein Land kann sie alleine lösen." In den vergangenen Jahren seien über eine Million Menschen über Schlepper nach Europa gekommen. Viele seien ertrunken. "Das müssen wir stoppen." Als wichtigste Maßnahmen nannte Kurz in diesem Zusammenhang den Schutz der Außengrenze, die Bekämpfung des Schlepperwesens und verstärkte Hilfe in den Herkunftsländern der Migranten.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen engagierte sich unterdessen als Postillon in Umweltfragen. Der Ex-Bundessprecher der Grünen übergab Trump bei einem Empfang einen Brief eines 11-jährigen Mädchens namens Paula, das sich besorgt über den Klimawandel zeigt. "Der Klimawandel ist Realität", schreibt Paula. Trump ist bekannterweise skeptisch, dass der Klimawandel durch menschlichen Einfluss erzeugt wird, und hat bereits per Dekret mehrere Klimaschutzbestimmungen seines Amtsvorgängers Barack Obama von den Demokraten rückgängig gemacht.

Van der Bellen zeigte sich von der UN-Rede Trumps "enttäuscht". "Wenn ich es boshaft formulieren will, war das eine Rede an seine Wähler in der US-Provinz." Trump habe offenbar keine Strategie, man müsse sich Sorgen machen über eine weitere Eskalation. Er glaube aber, dass Trump vor einem Erstschlag zurückschrecken werde.




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Dokument erstellt am 2017-09-20 17:45:05
Letzte ─nderung am 2017-09-20 22:15:04




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