• vom 22.09.2017, 08:06 Uhr

Weltpolitik

Update: 22.09.2017, 08:12 Uhr

Nordkorea

Kims Revanchefoul




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Von WZ Online, APA/AFP/Reuters/dpa

  • Nordkoreas Machthaber bezeichnet US-Präsident Trump als geistesgestört und senil.

Trump drohte mit "völliger Zerstörung", nun droht Kim zurück.  - © APAweb / AP Photo, Ahn Young-joon

Trump drohte mit "völliger Zerstörung", nun droht Kim zurück.  © APAweb / AP Photo, Ahn Young-joon

Pjöngjang. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un fährt verbal schweres Geschütz gegen US-Präsident Donald Trump auf. Für die Drohung mit "völliger Zerstörung" Nordkoreas werde Trump "teuer bezahlen", wurde Kim am Freitag von der Staatsagentur KCNA zitiert.

Kim nannte Trump zudem einen geistesgestörten Greis und kündigte Vergeltung an: "Ich werde den geistig umnachteten, senilen Amerikaner sicher und endgültig mit Feuer bändigen", erklärte er. Trumps Äußerungen seien "die grimmigste Kriegserklärung in der Geschichte". Sie hätten ihn aber nicht eingeschüchtert und würden ihn auch nicht aufhalten, betonte Kim. Er sei vielmehr überzeugt, dass er den richtigen Pfad gewählt habe und diesem Weg bis zum Schluss folgen müsse.

Trump werde für seine Rede vor den Vereinten Nationen "teuer bezahlen". Jetzt, da der US-Präsident ihn und sein Land vor den Augen der Welt beleidigt habe, ziehe Nordkorea ernsthaft in Erwägung, eine "harte Gegenmaßnahme auf höchstem Niveau in der Geschichte" auszuüben. Welche Schritte er konkret ergreifen werde, sagte Kim nicht.

Wasserstoffbombe im Pazifik

Einem Medienbericht zufolge spielt Nordkorea mit dem Gedanken, eine Wasserstoffbombe auf dem Pazifischen Ozean zu testen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag berichtete, sagte der nordkoreanische Außenminister Ri Yong-ho, er glaube, sein Land könne einen solchen Test im bisher nicht dagewesenen Ausmaß in Erwägung ziehen. Ri antwortete dies auf die Frage, was Machthaber Kim gemeint habe, als er nach der Drohung von Trump von "harten Gegenmaßnahmen" gesprochen habe. Er wisse aber nicht genau, was Kim vorhabe, so Ri.

Trump hatte Nordkorea am Dienstag in einer Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York mit "totaler Vernichtung" gedroht. In Anspielung auf Kims Raketentests sagte er: "Der Raketenmann ist auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime." Am Donnerstag ordnete Trump per Dekret neue Sanktionen gegen Nordkorea an.

Kritik an Trumps Drohgebärden

Trumps Rede rief jedoch auch unter Verbündeten Kritik hervor. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der Deutschen Welle: "Ich bin gegen eine solche Drohung." Sie halte "jede Art von militärischer Lösung für absolut unangemessen" und setze stattdessen auf diplomatische Bemühungen. In dieser Frage gebe es "einen klaren Dissens" mit Trump.

Der Konflikt heizt sich seit Monaten auf. Anfang der vergangenen Woche hatte der UNO-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang wegen dessen Atomtests am 3. September deutlich verschärft.

Nordkorea hatte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Wochen nicht nur mit seinem sechsten Atomwaffentest, sondern auch mit Raketentests in Unruhe versetzt. Der Konflikt mit dem ostasiatischen Land steht deshalb im Zentrum des derzeitigen einwöchigen Treffens von Staatenlenkern aus aller Welt am UNO-Hauptquartier in New York.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-22 08:07:56
Letzte ─nderung am 2017-09-22 08:12:05




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