• vom 22.09.2017, 17:15 Uhr

Weltpolitik


Atomstreit

Nach der UN-Sitzung ist vor der Eskalation




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  • Die Konflikte mit dem Iran und Nordkorea haben sich verschärft. Das Kim-Regime könnte weitere Wasserstoffbombe zünden.

New York/Wien. Die UNO-Vollversammlung hat eigentlich das Ziel, den Weltfrieden zu fördern. Doch dieses Jahr ist genau das Gegenteil passiert. Sie war der Startschuss für die Verschärfung zweier Konflikte, die für die globale Sicherheit von immenser Bedeutung sind: Die Lage rund um den Iran und rund um Nordkorea spitzt sich zu.

Nachdem Trump Nordkorea schon bei seiner Rede vor der UNO angegriffen hatte, legte er am Freitag über Twitter nach: "Kim Jong-un, der offensichtlich ein Verrückter ist und dem es nichts ausmacht, seine eigenen Leute verhungern zu lassen, wird geprüft wie niemals zuvor!", verkündete er. Zuvor hatte aber auch Kim verbal zugeschlagen: "Ich werde den geistig umnachteten senilen Amerikaner sicher und endgültig mit Feuer bändigen", meinte Nordkoreas Herrscher.


Er reagierte damit darauf, dass die USA erneut die Sanktionen gegen sein Land verschärft haben. Trump unterzeichnete eine Verordnung, die Sanktionen gegen Unternehmen, Institutionen und Banken erlaubt, die Handel mit Pjöngjang betreiben. Auch China zieht mit: Chinesische Banken haben ihre Geschäfte mit Nordkorea kräftig zurückgefahren - was wiederum von Trump ausdrücklich gelobt wurde.

Die Sanktionen sollen Nordkorea zum Einlenken bewegen. Bisher hat Nordkorea aber noch auf jede Verschärfung der Strafmaßnahmen mit einer weiteren Eskalation reagiert. Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho deutete in New York an, sein Land könne eine weitere Wasserstoffbombe zünden - dieses Mal außerhalb des eigenen Staatsgebietes. "Ich denke, es könnte ein Wasserstoffbombentest von beispiellosem Ausmaß vielleicht über dem Pazifik sein", sagte er. Die Entscheidung liege jedoch "bei unserem Führer". Damit würde Nordkorea seine Provokationen noch einmal auf eine neue Stufe heben. Die Berichte über einen eventuellen Wasserstoffbombentest sorgten jedenfalls an den Finanzmärkten für erheblich Unruhe.

Auch die Iran-Politik ist nun wieder eine offene Baustelle: Nachdem Trump gedroht hat, den Atomdeal mit Teheran platzen zu lassen, kündigte Irans Präsident Hassan Rouhani nun an, die Streitkräfte aufzurüsten. Einer Meldung der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge verfügt der Iran über eine neue Rakete mit einer Reichweite von 2000 Kilometern, die mit unterschiedlichen Sprengköpfen bewaffnet werden kann.




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Dokument erstellt am 2017-09-22 17:21:03




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