• vom 24.09.2017, 14:00 Uhr

Weltpolitik

Update: 24.09.2017, 17:11 Uhr

Nordkorea

Krieg der Worte




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Von WZ Online, APA/Reuters/dpa

  • Außenminister Ri droht Präsident Trump mit Raketenangriff, USA ließen Kampfjets an Nordkorea vorbeifliegen.

China erhöhte am Wochenende ebenfalls den Druck auf die Führung in Pjöngjang. Der bis zuletzt noch einzige wichtige Verbündete und der größte Wirtschaftspartner Nordkoreas, kündigte am Samstag Handelsbeschränkungen an - © APAweb/AP, Jon Chol Jin

China erhöhte am Wochenende ebenfalls den Druck auf die Führung in Pjöngjang. Der bis zuletzt noch einzige wichtige Verbündete und der größte Wirtschaftspartner Nordkoreas, kündigte am Samstag Handelsbeschränkungen an © APAweb/AP, Jon Chol Jin

Washington. Nach den jüngsten Verbalattacken von US-Präsident Donald Trump droht Nordkorea mit einem Raketenangriff auf das US-Festland. Dieser Schritt sei unausweichlich geworden, sagte Nordkoreas Außenminister Ri Ying-ho vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Nordkorea sei nur wenige Schritte davon entfernt, eine Atommacht zu werden. Daran änderten auch härtere Sanktionen nichts.

Trump reagierte am Wochenende mit weiteren Angriffen und Schmähungen gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. US-Finanzminister Steve Mnuchin schlug einen moderateren Ton an und sagte, Trump werde alles tun, um einen Atomkrieg zu verhindern.

Demonstration der Stärke

Als Demonstration der Stärke ließen die USA am Samstag Langstreckenbomber und Kampfjets im internationalen Luftraum östlich von Nordkorea fliegen. Es sei das erste Mal in diesem Jahrhundert, dass amerikanische Kampfflugzeuge oder Bomber so weit nördlich der entmilitarisierten Zone geflogen seien, die Nord- und Südkorea trennt, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Eine Sprecherin erklärte, dies sei eine klare Botschaft an den kommunistischen Staat, dass es viele militärische Optionen gebe, um auf Bedrohungen zu reagieren.

In Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang versammelten sich Zehntausende Menschen zu einer Massenkundgebung gegen die USA. In Pjöngjang nahmen der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge mehr als 100.000 Menschen an einer Demonstration gegen die USA teil. "Wir warten auf den richtigen Moment für einen Kampf gegen die USA, das Reich des Bösen, und löschen die USA von der Welt aus", zitierte die Agentur einen Kommandanten der Roten Garde, Ri Il-bae.

Verbaler Schlagabtausch

Die Spannungen im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm nahmen zuletzt massiv zu. Trump drohte am Dienstag in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung Nordkorea mit der totalen Vernichtung. Machthaber Kim nannte er in Anspielung auf die zahlreichen Raketentests der vergangenen Monate einen "Raketenmann, der auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime" sei. Kim bezeichnete Trump daraufhin als geistesgestörten Greis und dessen Äußerungen als eine grimmige Kriegserklärung.

Außenminister Ri sagte nun, Trumps Rede sei unverantwortlich gewesen. Der US-Präsident sei selbst auf einer "Selbstmordmission". Trump konterte umgehend: "Habe gerade Nordkoreas Außenminister vor den UN reden gehört. Wenn er Gedanken des kleinen Raketenmanns wiederholt, werden sie nicht mehr sehr viel länger da sein", schrieb Trump auf Twitter.

Mnuchin sagte am Sonntag, Trumps Priorität sei die Sicherheit der amerikanischen Bürger und ihrer Verbündeten. "Der Präsident will keinen Atomkrieg".

"Abschreckende Wirkung"

Nordkoreas Raketen- und Atomtests haben nach Einschätzung der russischen Regierung bereits eine abschreckende Wirkung. "Die Amerikaner werden Nordkorea nicht angreifen, weil sie genau wissen, dass diese eine Atombombe haben", sagte Außenminister Sergej Lawrow dem russischen Fernsehsender NTW am Sonntag

China erhöhte am Wochenende den Druck auf die Führung in Pjöngjang. Der bis zuletzt noch einzige wichtige Verbündete und der größte Wirtschaftspartner Nordkoreas, kündigte am Samstag Handelsbeschränkungen an: Lieferungen raffinierter Ölprodukte sollen ab dem 1. Oktober zurückgefahren und von Flüssiggas umgehend gestoppt werden. Zudem sollen keine Textilien mehr aus Nordkorea importiert werden. Damit setze China die neuen Sanktionen um, erklärte die Regierung.

Am Samstag wurde Nordkorea von einem Erdbeben erschüttert, das Befürchtungen über einen erneuten Atomtest weckte. Dies war aber vermutlich nicht der Fall. Das meteorologische Institut in Südkorea, chinesische Behörden und internationale Atomtestbeobachter gingen von einer natürlichen Ursache aus. Auch am 3. September waren ebenfalls Erdstöße registriert worden. Diese waren durch Nordkoreas sechsten und bis dahin größten Atomtest ausgelöst worden. Dabei soll es sich um eine Wasserstoffbombe gehandelt haben.





Schlagwörter

Nordkorea, USA, Atomkrieg, UNO, Sanktionen

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Dokument erstellt am 2017-09-24 14:01:23
Letzte ─nderung am 2017-09-24 17:11:40




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