• vom 27.09.2017, 21:59 Uhr

Weltpolitik


Irak

Aus für Flüge in die Kurdengebiete




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  • Kurdische Autonomieregierung lehnt Rückgabe der Flughäfen ab - Russland und Frankreich mahnen nach Kurden-Referendum zur Zurückhaltung.

Bagdad. (apa/af) Nach der Aufforderung der Luftfahrtbehörde in Bagdad an ausländische Airlines, Flüge in die kurdischen Autonomiegebiete von Freitag an zu stoppen, hat eine wachsende Zahl von Luftlinien am Mittwoch angekündigt, ihre Flüge auszusetzen.

Nach Libanons Middle East Airlines und EgyptAir erklärten auch die türkischen Fluglinien Turkish Airlines, Pegasus und Atlas Global, ab Freitag Erbil und Suleimaniya nicht länger anzufliegen, wie das türkische Konsulat in Erbil mitteilt. Die Gesellschaft flydubai mit Sitz in Dubai will ihre Flüge ins irakische Kurdengebiet ab 30. September aussetzen, Royal Jordanian ab Freitag.

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Die Lufthansa und ihre Tochter AUA erklärten zuletzt, sie wollten trotz der irakischen Aufforderung weiter den Flughafen der kurdischen Stadt Erbil anfliegen.

Bei dem umstrittenen Referendum im nordirakischen Kurdengebiet hatten fast 93 Prozent der Teilnehmer für eine Abspaltung vom Irak gestimmt, wie die kurdische Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Kurdenführer Massoud Barzani hatte Bagdad zuvor zu einem Dialog auf der Grundlage des Votums aufgerufen, doch forderte der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi zuerst eine Annullierung des Referendums.

Laut der Wahlkommission stimmten am Montag 3.305.925 Wähler für die Unabhängigkeit. Nur 7,27 Prozent der Teilnehmer votierten dagegen. Die Kommission hatte bereits zuvor die Wahlbeteiligung mit 72 Prozent angegeben, in den Hochburgen von Barzanis Rivalen von der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) erreichte sie aber nur 50 Prozent.

Mit dem Volksentscheid hatte sich Barzani über die Vorbehalte der Zentralregierung in Bagdad sowie die Warnungen der Nachbarn Iran und Türkei hinweggesetzt, die einen unabhängigen Kurdenstaat strikt ablehnen. Es war mit einer großen Mehrheit gerechnet worden, die Konsequenzen sind ungewiss.

Russland hat sowohl die Kurden als auch die Regierung in Bagdad zur Zurückhaltung aufgefordert. Man sollte versuchen, durch Gespräche eine Lösung innerhalb des irakischen Staatsgebildes zu suchen. Auch der französische Außenminister Jean-Yves le Drian rief die Kurden und Bagdad zu einer Aussöhnung auf. Eine Unabhängigkeitserklärung der Kurden würde nach le Drian neue Krisen in der Region auslösen, und das zu einer Zeit, in der die Extremistenmiliz.




Schlagwörter

Irak, Kurdistan, Kurden, Nordirak

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-27 18:15:03
Letzte nderung am 2017-09-27 21:27:03




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