• vom 29.09.2017, 17:27 Uhr

Weltpolitik


Myanmar

Dutzende Rohingya sterben auf Flucht




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  • Flüchtlinge wollten von Myanmar nach Bangladesch gelangen. Das Boot kenterte bei schwerer See.

Cox’sBazar. Beim Untergang eines Flüchtlingsboots aus Myanmar vor Bangladesch sind vermutlich mehr als 60 Rohingya ums Leben gekommen. Laut der Internationalen Organisation für Migration waren am Freitag 23 Tote bestätigt, 40 Menschen würden noch vermisst. Das Boot war bei starkem Regen und schwerer See gekentert.

Hilfsorganisationen beziffern die Zahl der geflüchteten Rohingya inzwischen mit etwa 502.000. Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks erklärte, ein Fünftel der Neuankömmlinge weise Zeichen von Mangelernährung auf. Zudem herrscht Angst, dass die Cholera ausbricht. Deshalb wird nun in den Flüchtlingslagern in Bangladesch eine Impfkampagne gestartet.

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Die Massenflucht hatte am 25. August begonnen, nachdem das Militär von Myanmar mit einer Großoffensive auf koordinierte Angriffe von Rohingya-Extremisten auf die Sicherheitskräfte reagierte. Die Vereinten Nationen und mehrere Staaten werfen dem Militär des überwiegend buddhistischen Landes "ethnische Säuberung" vor. Die Regierung des früher Burma genannten Landes weist dies zurück. Das Vorgehen des Militärs findet weitgehend Zustimmung in Myanmar, wo in den vergangenen Jahren nationalistische Strömungen stärker geworden sind.

International hat aber das Vorgehen Myanmars gegen die Rohingya Empörung ausgelöst. Die US-Vertreterin bei der UNO, Nikki Haley, attackierte nun Myanmars Regierung: "Wir dürfen keine Angst davor haben, die Taten der Regierung Myanmars als das zu benennen, was sie zu sein scheinen: eine brutale, anhaltende Kampagne, um das Land von einer ethnischen Minderheit zu säubern." Die Vertreter der Regierung, die sich selbst für ein "offenes, demokratisches" Myanmar eingesetzt hätten, müssten sich "schämen".

Haley spielte damit offenbar auf die De-facto-Regierungschefin des Landes, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an, die seit Wochen international für ihre Untätigkeit kritisiert wird. Russland und China stellten sich allerdings hinter Myanmar.

Die UNO kommt nun aber in der Rohingya-Frage selbst in die Kritik. Auf BBC beschwerten sich Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und der UNO, dass die Führung der UN-Mission im Land das Rohingya-Problem zu lange ignoriert hätte. Die UNO wies die Kritik zurück.




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Dokument erstellt am 2017-09-29 17:33:09




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