• vom 02.10.2017, 18:13 Uhr

Weltpolitik

Update: 06.10.2017, 09:08 Uhr

Leymah Gbowee

Ein Leben für den Frieden




  • Artikel
  • Fotostrecke
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief





"Frieden ist machbar"
Wie hat Gbowee es geschafft, angesichts des Leids und der Grausamkeit, zu der Menschen im Krieg fähig sind, nicht zynisch zu werden? Sie erklärt es einerseits mit ihrer Erziehung, ihrem Glauben und dem Festhalten an humanistischen Prinzipien. In ihren Ausführungen spricht Gbowee von den Lehren, die man aus dem Leben der großen "Veränderer" Dr. Martin Luther King Jr., Mahatma Gandhi, Desmond Tutu, Rosa Parks, Harriet Tubman und des Dalai Lama ziehen kann. Es gebe, so Gbowee, ein gemeinsames Merkmal, unabhängig von der Herkunft oder dem sozialen Status dieser Personen: "Dieses Merkmal ist der Glaube an eine höhere Macht und ihre eigene Fähigkeit, diesen Glauben so zu verinnerlichen, um Veränderung zu bewirken", sagt sie. Aber sei in der Gegenwart nicht der Glaube vielfach das Problem, werden nicht die schlimmsten Verbrechen der Gegenwart im Namen Gottes verübt? Und werden nicht die säkularen Humanisten im Diskurs um den sogenannten Dialog der Kulturen an den Rand gedrängt, fragt der Moderator. Gbowee: "Gott, der auf die Menschen herunterschaut, die behaupten, sie würden in seinem Namen kämpfen, ist wohl ziemlich enttäuscht. In allen Religionen ist von Frieden und Toleranz die Rede", sagt Gbowee, die am Wochenende am Wiener Rathausplatz aus Anlass des Reformationsjubiläums sprach.

Frieden sei machbar, sagt Gbowee, immerhin sei die weitaus überwiegende Zahl der Menschen auf unserem Planeten an diesem Zustand interessiert.

Doch wie lässt der Friede sich in Konfliktgebieten erreichen? "Man braucht eine erfolgreiche Strategie der Friedensarbeit mit klaren Prinzipien: Erstens Selbstlosigkeit. Zweitens: Eine klare Botschaft über den größten Wunsch nach Frieden. Drittens: Ausdauer: Es geht dabei nie um ‚Medien-Momente‘, sondern mehr um nachhaltige Ergebnisse, egal wie lange es dauert. Und schließlich dürfen die Handlungen der Friedensaktivisten nie an Geld oder finanzielle Gewinne gebunden sein."

zurück zu Seite 1




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-02 18:18:06
Letzte nderung am 2017-10-06 09:08:53




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Waldbrände in Kalifornien wüten weiter
  2. Auf den Hund gekommen
  3. Starre Fronten zwischen Iran und USA
  4. Der gestrauchelte Überlebenskünstler
  5. Dunkle Wolken über Erdogan
  6. Starköchin mit Skibrille - Erster Stern für Bangkoks Street Food
  7. Trumps Steuerreform vor dem Finish


Werbung


Werbung