• vom 03.10.2017, 09:05 Uhr

Weltpolitik

Update: 03.10.2017, 09:10 Uhr

Las Vegas

Der Tod kam aus dem Nichts




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Von WZ Online, APA/dpa/AFP

  • Das Motiv des Todesschützen gibt Rätsel auf, das Weiße Haus hält Debatte über Verschärfung der Waffengesetze für verfrüht.

Automatische Waffen kann jeder in den USA problemlos kaufen. Der Attentäter von Las Vegas nahm damit Konzertbesucher unter Dauerfeuer. 

Automatische Waffen kann jeder in den USA problemlos kaufen. Der Attentäter von Las Vegas nahm damit Konzertbesucher unter Dauerfeuer. © APAweb / AP Photo, Allen Breed Automatische Waffen kann jeder in den USA problemlos kaufen. Der Attentäter von Las Vegas nahm damit Konzertbesucher unter Dauerfeuer. © APAweb / AP Photo, Allen Breed

Las Vegas. Der Schütze von Las Vegas gibt den Ermittlern Rätsel auf. Der 64-jährige Stephen Paddock, ein vermögender und zuvor unauffälliger Pensionist mit einer Leidenschaft für Glücksspiel, hinterließ nach Polizeiangaben vom Montagabend keine Erklärung für seine Bluttat, bei der mindestens 59 Menschen starben. In seinem Hotelzimmer und seinem Wohnhaus fanden sich Waffen, Munition und Sprengstoffe.

Paddocks Tat ist das schlimmste Massaker in der jüngeren US-Geschichte. Sheriff Joseph Lombardo sprach von mindestens 59 Toten und 527 Verletzten.

Ermittler rekonstruierten den Tatablauf: Am Sonntagabend durchbrach Paddock mit einem Hammer oder ähnlichem die Scheibe seines Zimmers im 32. Stock des Hotels "Mandalay Bay" in Las Vegas. Er schoss mit automatischen Waffen auf Tausende völlig wehrlose Menschen, die sich zu einem Freiluftkonzert eingefunden hatte. Nach Schilderungen Lombardos schoss der Angreifer durch die Zimmertür auch auf die Beamten. Bevor Sondereinheiten sein Zimmer stürmen konnten, erschoss er sich. Ermittler stellten in dem Zimmer 16 Schusswaffen sicher.

In Paddocks Privathaus in Mesquite, 130 Kilometer von Las Vegas entfernt, fanden Beamte weitere 18 Schusswaffen, tausende Schuss Munition, den Sprengstoff Tannerit sowie Ammoniumnitrat, das zum Bombenbau verwendet wird. Der Schütze hinterlässt zwei Privathäuser neueren Datums im Bundesstaat Nevada. Immobilienexperten schätzten deren Wert auf mindestens 700.000 Dollar (knapp 600.000 Euro).

Keine Verbindung zur Terrormiliz IS

Die Beweggründe des Täters lagen zunächst im Dunkeln. Die Bundespolizei FBI und der Auslandsgeheimdienst CIA reagierten skeptisch auf eine Mitteilung der Terrormiliz IS, der zufolge Paddock zum Islam konvertiert war und die Tat als "Soldat des IS" beging. Laut Polizei gab es dafür zunächst keinerlei Belege. Ein CIA-Sprecher warnte vor "vorschnellen Schlüssen, bevor alle Informationen ausgewertet sind".

Die Ermittler gingen bis auf weiteres davon aus, dass es sich bei Paddock um einen Einzeltäter handelt. Sheriff Lombardo bezeichnete ihn als "Psychopathen" und "einsamen Wolf".

Paddocks Bruder Eric schilderte ihn in US-Medien als unauffälligen und wohlhabenden Mann. "Er hatte wahrscheinlich nicht mal einen Strafzettel", sagte Eric Paddock. Stephen Paddock habe keine "politischen oder religiösen Verbindungen" gepflegt und sei "absolut kein Waffennarr" gewesen. Die Familie könne sich keinen Reim auf das Geschehen machen.

Spieler aus Leidenschaft

Allerdings habe sich Stephen Paddock einer starken Spielleidenschaft hingegeben und oftmals tausende Dollar beim Glücksspiel eingesetzt. "Er hat mir einmal eine SMS geschickt und geschrieben, dass er 250.000 Dollar im Casino gewonnen hat", berichtete Eric Paddock.

Der familiäre Hintergrund des Täters ist schillernd: Sein vor einigen Jahren verstorbener Vater war ein Bankräuber und wurde zeitweise von der Bundespolizei FBI auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher geführt. Nach Darstellung von Eric Paddock hatten er und sein Bruder jedoch keinen Kontakt zum Vater.

Das Blutbad löste allgemeines Entsetzen aus. US-Präsident Donald Trump sprach von einer "Tat des reinen Bösen" und kündigte für Mittwoch seinen Besuch in Las Vegas an. Gleichzeitig rief Trump sein Land zur Geschlossenheit. Das Weiße Haus erklärte nach den Schüssen von Las Vegas, eine Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze sei "verfrüht", bevor nicht die Hintergründe geklärt seien.

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Schlagwörter

Las Vegas, Massenmord, Attentat

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-03 09:05:58
Letzte nderung am 2017-10-03 09:10:30




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