• vom 14.11.2017, 21:34 Uhr

Weltpolitik


Donald Trump Jr.

Mit dem Rücken zur Wand




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Von Ines Scholz

  • Donald Trump Jr. sieht sich mit neuen brisanten Angaben zu seinen Russland-Kontakten im Wahlkampf konfrontiert.

Die Enthüllungen rund um Donald Trump Junior nehmen kein Ende.

Die Enthüllungen rund um Donald Trump Junior nehmen kein Ende.© ap/Anderson Die Enthüllungen rund um Donald Trump Junior nehmen kein Ende.© ap/Anderson

Washington. Am 12. Oktober 2016, auf dem Höhepunkt des US-Präsidentschaftswahlkampfes, erhält Donald Trump Junior von Wikileaks’ Twitteraccount eine persönliche Botschaft. Nur Tage zuvor hatte die Enthüllungsplattform gehackte E-Mails von Hillary Clintons Kampagnenmanager veröffentlicht, um die Kandidatin der Demokraten zu diskreditieren, was ihr Herausforderer Donald Trump zum Ausspruch "Ich liebe Wikileaks" veranlasste.

"Hey Donald, schön zu sehen, dass Du und Dein Vater über unsere Publikationen reden", schreiben die Whistleblower der Enthüllungsplattform damals an den ältesten Sohn und Wahlkampfhelfer Trumps. Dann folgt eine Bitte an den Junior: Damit sich die Anhänger des Trump-Lagers beim Durchforsten der geleakten Clinton-Dokumente leichter tun, möge sein Vater doch bitte, wenn er Wikileaks wieder erwähne, den entsprechenden Link zum Suchportal von Wikileaks tweeten.


Gesagt, getan. Zwei Tage später twitterte der jüngere Donald Trump wie gefordert den Link, der zu Clintons "Korruption und Heuchelei" weiterleitet.

Es war nicht der einzige Kontakt, den der 39-Jährige während des US-Wahlkampfs mit der Enthüllungsplattform hatte. Das US-Magazin "The Atlantic" machte jüngst ein Dutzend weiterer Anfragen und Ratschläge öffentlich, die Trump Junior erhielt. Die letzte stammt von Juli dieses Jahres. Dreimal hat Trumps Sohn geantwortet. Wer die Kommunikation liest, könnte meinen, bei Wikileaks handle es sich um eine Agentur mit dem Auftrag, Donald Trumps Wahlkampf zu managen.

So schickte Wikileaks Trump Jr. etwa eine Frage zu dem Initiator eines politischen Aktionskomitees. Dieser antwortete, er wisse nicht, wer das sei, wolle sich aber umhören. In der nächsten Nachricht bat Wikileaks, einen Bericht über Clinton öffentlich zu kommentieren. Trump Jr. entgegnete, er habe dies bereits getan. Dann fügte er hinzu: "Es ist erstaunlich, womit sie durchkommt."

Wikileaks seinerseits empfahl, dass Trump sich im Fall einer Niederlage am Wahltag nicht geschlagen geben dürfe, sondern das Ergebnis anfechten müsse. Ein anderes Mal schlug ihm der Nutzer des Twitterkontos vor, Wikileaks-Gründer Julian Assange im Falle eines Trump-Sieges den Botschafterposten in Australien anzubieten. Schließlich verlangte die Plattform sogar die Steuererklärung seines Vaters, um im Falle von Leaks der Trump-Gegner richtig reagieren zu können.

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Dokument erstellt am 2017-11-14 21:38:07




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