• vom 12.01.2018, 11:59 Uhr

Weltpolitik

Update: 12.01.2018, 14:16 Uhr

Afrikanische Staaten

"Das war nicht die Sprache, die benutzt wurde"




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Von WZ Online, APA, Reuters, dpa

  • US-Präsident Trump bestreitet das Wort "Drecksloch-Länder" verwendet zu haben.

US-Präsident Donald Trump fällt erneut durch seine diffamierende Wortwahl auf. - © APAweb, ap, Evan Vucci

US-Präsident Donald Trump fällt erneut durch seine diffamierende Wortwahl auf. © APAweb, ap, Evan Vucci

Washington. US-Präsident Donald Trump weist Berichte zurück, wonach er bestimmte Herkunftsländer von Migranten als "Drecksloch-Staaten" bezeichnet haben soll. "Die Sprache, die ich bei dem DACA-Treffen benutzt habe, war hart, aber das war nicht die Sprache, die benutzt wurde", schrieb Trump am Freitag auf Twitter.

Bei dem Treffen ging es um einen Kompromiss in der Einwanderungspolitik, der auch eine Lösung für das sogenannte DACA-Programm vorsieht. Dieses bietet bisher hunderttausenden jungen Migranten Schutz.

Laut "Washington Post" und anderen US-Medien soll Trump bei dem Treffen mit Senatoren am Donnerstag gefragt haben, warum die USA so viele Menschen aus "Drecksloch-Staaten" ("shithole countries") aufnehmen müssten. Er zeigte sich damit den Berichten zufolge frustriert über Vorschläge von Senatoren, Migranten aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Ländern im Rahmen eines Einwanderungsdeals einen Schutzstatus zu geben.

Stattdessen sollten die USA mehr Norweger ins Land lassen, soll Trump gesagt haben. Oppositionelle Demokraten warfen dem Präsidenten offenem Rassismus vor. Kritik hagelte es zudem aus Trumps eigenen Reihen der Republikaner. Trump reagierte, indem er seine Forderung nach dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko bekräftigte.

Trumps Äußerungen fielen den Insidern zufolge bei einer Besprechung mit zwei Senatoren, die ihn über Pläne für einen gemeinsamen Gesetzesvorschlag von Republikanern und Demokraten zur Einwanderungspolitik unterrichteten. Eine über das Gespräch informierte Person zitierte Trump am Donnerstag so: "Warum wollen wir alle diese Leute aus Afrika hier haben? Das sind Drecksloch-Länder. (...) Wir sollten mehr Leute aus Norwegen haben."

Der demokratische Senator Richard Blumenthal bezeichnete Trumps Bemerkungen als "abscheulichsten und heimtückischsten Rassismus, der nur schwach unter dem Deckmantel der Einwanderungspolitik verborgen wird". Die republikanische Abgeordnete Mia Love, Tochter von Einwanderern aus Haiti, bezeichnete Trumps Äußerungen als "unfreundlich, spalterisch, elitär und offen gegen die Werte der USA gerichtet". Ihre in Kuba geborene Kollegin Ileana Ros-Lethinen erklärte, Trumps Sprache gehöre sich weder an Stammtischen noch im Weißen Haus.

Das UNO-Menschenrechtsbüro hat die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump zu den Herkunftsländern bestimmter Migranten als "rassistisch" und "schockierend" verurteilt. "Man kann das nicht anders nennen als 'rassistisch'", sagte der Sprecher des Menschenrechtsbüros in Genf, Rupert Colville, am Freitag.

Trump will seine "Große Mauer"

Trump warf den Demokraten im Gegenzug eine unverantwortliche Politik vor: Sie schienen darauf aus zu sein, von der südlichen Grenze der USA her Leute und Drogen ins Land strömen zu lassen und damit das Leben Tausender zu riskieren, twitterte Trump. "Es ist meine Pflicht, das Leben und die Sicherheit aller Amerikaner zu schützen." Es müsse eine "Große Mauer" gebaut werden.

Trump hat sich den Kampf gegen illegale Einwanderung auf die Fahnen geschrieben und wirbt seit dem Wahlkampf für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko, deren Baukosten er dem südlichen Nachbarland übertragen will. Die mexikanische Regierung betonte am Donnerstag, sie werde niemals für eine Mauer zahlen. Trump hatte zuvor in einem Zeitungsinterview gesagt, Mexiko könne indirekt durch Veränderungen am Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) zur Kasse gebeten werden. In der Nacht zu Freitag drohte Mexiko Insidern zufolge mit dem Abbruch der laufenden Nafta-Verhandlungen, sollte Trump die bestehende Vereinbarung mit Kanada und Mexiko aufkündigen.

Mit seiner Einwanderungspolitik hat Trump vor Gericht wiederholt Rückschläge erlitten. Zuletzt urteilte ein Richter, dass ein Schutzprogramm für junge Migranten, die als Kinder illegal ins Land gekommen sind, vorerst nicht wie von Trump vorgesehen beendet werden darf.




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Dokument erstellt am 2018-01-12 12:00:31
Letzte ─nderung am 2018-01-12 14:16:46




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