• vom 13.02.2018, 17:46 Uhr

Weltpolitik

Update: 13.02.2018, 17:53 Uhr

Ahed Tamimi

Ikone oder Provokateurin?




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  • Prozess gegen 17-jährige Palästinenserin Ahed Tamimi vertagt. Anwältin spricht Israels Justiz örtliche Zuständigkeit ab.

Eine Kämpferin von früher Kindheit an: Ahed Tamimi steht am Dienstag 17-jährig vor Gericht (o.). Das Foto in der Mitte stammt aus 2015: Das Mädchen und seine Mutter versuchen, den Bruder aus dem Griff eines israelischen Soldaten zu befreien. Unten: Die 12-jährige Ahed bedroht im Jahr 2012 einen Soldaten mit der Faust.

Eine Kämpferin von früher Kindheit an: Ahed Tamimi steht am Dienstag 17-jährig vor Gericht (o.). Das Foto in der Mitte stammt aus 2015: Das Mädchen und seine Mutter versuchen, den Bruder aus dem Griff eines israelischen Soldaten zu befreien. Unten: Die 12-jährige Ahed bedroht im Jahr 2012 einen Soldaten mit der Faust.© afp/ap (2) Eine Kämpferin von früher Kindheit an: Ahed Tamimi steht am Dienstag 17-jährig vor Gericht (o.). Das Foto in der Mitte stammt aus 2015: Das Mädchen und seine Mutter versuchen, den Bruder aus dem Griff eines israelischen Soldaten zu befreien. Unten: Die 12-jährige Ahed bedroht im Jahr 2012 einen Soldaten mit der Faust.© afp/ap (2)

Ofer/Jerusalem. Der Prozess gegen die 17-jährige Palästinenserin Ahed Tamimi vor einem israelischen Militärgericht wegen Angriffen auf israelische Soldaten ist nach wenigen Stunden vertagt worden. Zu Beginn der Verhandlung am Dienstag ordnete der Richter den Ausschluss der Öffentlichkeit an. "Sie wissen, dass dieser Prozess nicht stattfinden sollte", kommentierte Tamimis israelische Verteidigerin Gaby Lasky. Nächster Verhandlungstermin ist der 11. März. Der Richter begründete den Ausschluss der Öffentlichkeit mit Tamimis Alter. Ein öffentliches Verfahren sei nicht im Sinn der minderjährigen Angeklagten. Nur Familienmitglieder durften im Gerichtssaal bleiben, auch diplomatische Beobachter wurden gebeten, den Raum zu verlassen. Anwältin Lasky hatte ohne Erfolg Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt.

Tamimi war im vergangenen Dezember festgenommen worden, nachdem sie gemeinsam mit einer Cousine in ihrem Dorf Nabi Saleh im besetzten Westjordanland zwei israelische Soldaten attackiert hatte. Ein im Internet verbreitetes Video zeigt unter anderem, wie die damals 16-jährige einem der schwer bewaffneten Soldaten eine Ohrfeige verpasst. Die Soldaten bleiben angesichts der Attacke passiv und ziehen sich schließlich zurück.


Nach Angaben der Familie Tamimi wurde damals bei Protesten ein Familienmitglied mit einem Gummigeschoss am Kopf verletzt. Deswegen sei Ahed Tamimi so aufgewühlt gegenüber den Soldaten gewesen.



Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem befinden sich mehr als 300 minderjährige Palästinenser im Alter von 14 bis 18 Jahren in israelischer Haft. Die Zahl habe sich seit Ende 2014 verdoppelt.

Am Dienstag betrat Ahed Tamimi nun das Militärgericht im besetzten Westjordanland in einer Häftlingsjacke, an Händen und Füßen gefesselt, ein dünnes Lächeln auf den Lippen. Ihr Vater Bassem Tamimi winkte ihr aus dem Publikum zu und rief: "Bleib stark, du wirst gewinnen."

Anwältin Lasky sagte nach der Verhandlung, sie habe die Einstellung des Verfahrens beantragt, weil Israels Justiz im besetzten Westjordanland keine rechtliche Befugnis habe. Die Staatsanwaltschaft bat daraufhin um mehr Zeit für eine Antwort, weshalb die Verhandlung vertagt wurde. Die Anwältin hatte schon vor Prozessbeginn erklärt, dass das israelische Gerichtssystem ungerecht gegenüber den Palästinensern sei. Das Militärgericht sei ein "Besatzungsgericht", das Palästinenser dafür bestrafe, dass sie sich gegen die Besatzung wehrten.



Lasky beantragte erneut die Zulassung der Öffentlichkeit. Es sei sehr wichtig, dass Journalisten, Diplomaten und Anwälte dem Prozess beiwohnen könnten, hob auch Vater Bassem Tamimi hervor, weil "wir dann das Gefühl haben, dass jene im Gericht sicher sind".

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Dokument erstellt am 2018-02-13 17:50:27
Letzte ńnderung am 2018-02-13 17:53:26




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