Früher war Waschen einmal richtige Arbeit. Stunden-, ja tagelang wurde Wäsche ausgekocht, geschrubbt. Doch dann kam die Maschine - das Medium. Eine Waschmaschine ist wie Fernsehen. Einschalten, Programm einstellen, zuschauen. Ja es hat beinah etwas Meditatives, wenn sich die Wäsche, gut zu beobachten durch das Bullauge, dreht, das Wasser vor das Fenster rinnt und dann von oben wieder herunterfällt.
Der Höhepunkt kommt zum Schluss: Der Schleudergang. Mit bis zu 1.800 Umdrehungen pro Minute wird die Wäsche schwindlig gedreht, Kleidungsstücke sind nicht mehr als solche erkennbar - manchmal auch nach dem Schleudern. 1.800 Umdrehungen verträgt eben nicht jedes Stück. Und dann - zum Herunterkommen - Legen (eher bekannt als "Knitterschutz"). Quasi die Antifalten-Therapie für Textilien. Alle paar Sekunden eine halbe Drehung. Das Programm ist da eigentlich längst vorbei. Aber ein Nachschlag für all jene, die nicht genug bekommen von der Waschvorführung.
Und wem eine Waschmaschine nicht reicht bzw. wer gar keine hat, der frönt dem Waschen in Gemeinschaft. Im Waschsalon. Rund 15 Waschsalons gibt es in Wien. In einem dieser hat die Wiener Zeitung probegewaschen. Dieses Ereignis musste festgehalten werden.