• vom 30.12.2011, 16:17 Uhr

Wien

Update: 05.01.2012, 11:56 Uhr

Wien-Blog

Big Business mit dem kleinen Geschäft




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Von Barbara Sorge

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Wer außer Haus mal muss, stößt immer wieder auf Hindernisse.

Wer außer Haus mal muss, stößt immer wieder auf Hindernisse.© Knipser5/Pixelio.de Wer außer Haus mal muss, stößt immer wieder auf Hindernisse.© Knipser5/Pixelio.de

Egal, wo man unterwegs ist, in welcher Stadt man zugange ist: Irgendwann überkommt einen ein Bedürfnis, das meistens dringend ist, und zu dessen Erfüllung man sich gerne zurückzieht.

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Gerade von einem Urlaub in den fernen USA zurückgekommen, fiel mir in der Vorweihnachtszeit der Wiener Umgang mit der Notdurft besonders auf. Denn von Chicago über Santa Fe, Las Vegas, Minneapolis bis hin nach Boston konnte ich erfahren, dass es öffentliche Toiletten an stark frequentierten Plätzen gab, die leicht zugänglich waren und deren Benützung an keine Drehkreuzdurchschreitung oder gar Münzenbesitz gebunden war.

Nun gibt es in Wien durchaus viele öffentliche WC-Anlagen. Es gibt sie in unterschiedlicher Ausführung, teilweise mit Wartepersonal und nur teilweise behindertengerecht. Ihr Haken: man muss wissen, wo sie sind. Denn auch wenn sie auf der offiziellen Seite der Stadt Wien fein säuberlich und nach Bezirken geordnet aufgelistet sind, wenn es pressiert, ist sicher gerade keines in der Nähe.

Abseits des Problems der Auffindbarkeit von zugänglichen Toiletten ist da noch die Sache mit der Bezahlung. Denn dort, wo es Wartepersonal gibt, wird erwartet, dass man seine Notdurft erst verrichtet, wenn man vorher einen Obulus entrichtet. Soll sein, ein paar Cent habe ich meistens dabei.

Weniger Verständnis habe ich dafür, dass in Einkaufszentren, auf Autobahnraststationen oder gar in noblen Kaffeehäusern (mir ist das im Landtmann widerfahren) erwartet wird, dass für diese Dienstleistung extra bezahlt wird - immerhin verlange ich von meinen Gästen zu Hause auch keine Klogebühr für die Benutzung der Toilette oder Trinkgeld für meine Funktion als Aufwartefrau.

Am schlimmsten sind aber jene Anlagen, bei denen man nicht nur durch ein Drehkreuz gehen muss, sondern dies erst tun kann, wenn man vorher 50 Cent bezahlt hat. Die muss man auch in der richtigen Ausführung dabei haben. Fünf 10Cent-Stücke gehen natürlich nicht.

Trotz dieser Erlebnisse kann ich es mir nicht abgewöhnen, unterwegs aufs Klo zu müssen. Mir stehen wohl noch einige solcher Erfahrungen bevor. Außer dieses urmenschliche Bedürfnis wird enttabuisiert, so dass Toiletten ohne Hindernisse zugänglich gemacht werden. Denn vor dem Klo sind alle Menschen wirklich gleich. In diesem Sinne, guten Rutsch!




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2011-12-30 16:23:19
Letzte Änderung am 2012-01-05 11:56:02


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