
Meine Solaranlage wandelt Lichtstrahlen in Warmwasser um. Für dieses kleine Wunder braucht es nicht viel, nur etwas Sonne und alle fünf Jahre frische Solarflüssigkeit. Dafür muss ein Installateur auf eine Stunde ins Haus kommen. Das sollte doch ruck, zuck erledigt sein, dachte ich im September.
Ich rief den Installateur meines Vertrauens an, der im Jahr davor schon meine Gastherme höchst erfolgreich gewartet hatte. Ich hörte ein Frei-, dann ein Besetztzeichen. Ich rief den Installateur noch einmal an und dann wieder, immer war da erst ein Frei-, dann ein Besetztzeichen. Ich rief den Mann schließlich pausenlos an, aber als ich ihn endlich am Rohr hatte, zeigte er wenig Dienstleistungs-Lust. Auch meine Gastherme könne er nicht länger warten, die sei von einer Herstellerfirma, deren Produkte er nicht mehr betreue.
Nun gut, Wien ist eine Weltstadt. Es gibt Hunderte, wenn nicht Tausende von Installateuren. Ich googelte mir einen aus dem Herold, der mir sogleich einen Termin im Oktober gab, "zwischen 9 und 10". Am vereinbarten Oktobertag saß ich wie bestellt im Wohnzimmer. Um 11 Uhr rief ich dann die Installateurs-Sekretärin an: "Wo bleibt er denn?" "Oje, der ist leider krank, ich hab vergessen abzusagen. Sind Sie sehr böse?" Natürlich nicht, wer noch nie jemanden versetzt hat, der werfe den ersten Holländer. Ich bekam sofort einen neuen Termin im November, zwischen 9 und 10. Was soll ich sagen, der Mann war eine halbe Stunde früher da und wirkte auch sonst entschlossen.
Die Gastherme wartete er fast ganz. Blöderweise hatte er eine Dichtung vergessen, also machte er es letztlich nur halb. Das sei wartungsmäßig absolut ausreichend, versicherte er mir. Als ich dann auf die Solaranlage deutete, machte er ein erstauntes Gesicht. Nein, von einer Solaranlagenwartung wisse er nichts, das habe man ihm nicht gesagt. Er hätte auch gar keine Solarflüssigkeit dabei, sitze sozusagen auf dem Trockenen. Er würde mich anrufen, noch vor Dezember. Ich habe ihm tatsächlich geglaubt.
Mitte Dezember beschloss ich, den analogen Pfad zu verlassen. Ich schrieb einem Installateur, der mir empfohlen worden war, eine nette E-Mail. Ich bekam keine Antwort. Ich suchte mir dann hurtig, schließlich lag Frost in der Luft, aus dem Internet ein auf Solaranlagen spezialisiertes Unternehmen heraus, füllte online wahrheitsgemäß alle für den Kontakt mit dem Meister erforderlichen Felder aus, drückte auf "Senden" und erhielt keine Antwort. Ich wiederholte den Vorgang, doch der Rest war stets Schweigen.
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