
Irgendetwas geht vor sich in der Stadt. Eine unsichtbare Macht dürfte Osterhase spielen und die Dinge in der Stadt willkürlich verstecken. So findet sich ein Post-Paket beim türkischen Greißler, der Buch-Bestseller in der Trafik, die Post in der Bank oder umgekehrt. Von außen sieht alles nach Bank aus, von innen nach Bank und Post. "Wer ist denn hier jetzt für Überweisungen zuständig", frage ich an diesem Tag. Der Post-Mitarbeiter und die Bank-Angestellte beginnen zu streiten. Wenn nicht einmal die Mitarbeiter wissen, wer hier die Post und wer die Bank vertritt, dann heißt es wohl, schnell die Flucht ergreifen.
Der Zustell-Zettel im Postkasten ist nicht gelb und das bedeutet schon seit längerem nichts Gutes. Das letzte Paket lag im türkischen Buchladen ums Eck. Doch diesmal hieß es länger Rätsel raten. Die auf dem Zettel angegebene Adresse liegt fünf Straßenbahnstationen vom Wohnort entfernt. Die Suche nach der Hausnummer gleicht einer Schnitzeljagd, 383, 383a, 383b, . . . die Jagd nach dem ersehnten Paket endet in einem kühlen Lager. Rechts die Wurst-Theke, links Pakete am Boden. "Wer hat denn angeordnet, dass mein Paket zu Ihnen kommt?" Für den ganzen Bezirk sei er ab jetzt zuständig. Und der Bezirk ist groß. Keine Internet-Bestellungen mehr, so meine Schlussfolgerungen, wenn man eine Bank betritt, sich immer vergewissern, dass man auch wirklich in einer Bank ist. In Trafiken nur Zeitungen und Zigaretten kaufen, alles andere ausblenden.
Zu guter Letzt will meine Post mit einem Umfrage-Zettel wissen, wie ich ihre Paketumstellung beurteile. "Ausgezeichnet", weil, wie gesagt, gleich ums Eck! So wie es sein soll.
Lieber Osterhase, ich weiß Du kannst nichts dafür, aber vielleicht könntest Du unserem Bürgermeister mitteilen, er soll doch bitte die Leute umfassend darüber informieren, wo man denn was in Zukunft erhält und warum.
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