
Die Dame war ziemlich aufgeregt, als sie die Schnellbahn bestieg. Der Zug, den sie eigentlich gebraucht hätte, um nach Baden zu kommen, wäre ihr vor der Nase davongefahren, beschwerte sie sich bei den anwesenden Schaffnern. "Der Pfeil auf der Anzeigetafel hat nach rechts gezeigt, also auf diese Bahnsteigseite, der Zug ist aber auf der anderen Seite ein- und auch wieder abgefahren!" Und das ohne sie, was sie verständlicherweise ärgerte. Die Schaffner kannten sich nicht aus, da war kein Pfeil auf der Anzeigetafel in der nächsten Station, also blieb das Rätsel ungelöst.
Fahrpläne, Hinweistafeln, Wegweiser, Bildschirme mit blinkenden Anzeigen: Klar, dass man als Umsteiger vom Auto oder nicht-Alltags-Nutzer oder auch Tourist mit den Eigenheiten der Symbole in den öffentlichen Verkehrsmitteln überfordert sein kann. Funktionieren doch Fahrpläne der Busse und Straßenbahnen schon ein bisschen anders als die der ÖBB-Schnellbahnen.
Als gewohnheitsmäßige Öffis-Nutzerin war ich über das Problem der Dame überrascht, waren mir die Pfeile schon so ins Unterbewusstsein eingebrannt, dass ich sie nicht mehr wahrnahm? Das nächste Mal betrachtete ich die Anzeigentafel genau und siehe da, ich verstand das Problem: neben dem Pfeil stand "ab", was soviel bedeutet wie "Abfahrt", deswegen zeigt er nach rechts, egal auf welcher Seite des Bahnsteigs der Zug einfährt (vergleichbar mit dem aufsteigenden Flugzeug für Abflugshalle auf dem Flughafen).

An dieser Stelle eine Anregung für die Wiener Linien oder die ÖBB oder den Tourismusverband: einen Leitfaden aufzulegen, mit allen Symbolen, was sie heißen und wozu man sie braucht. Oder - vielleicht die Anzahl der Symbole reduzieren?
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