
"Hat Madame noch irgendeinen Wunsch?" fragt der Herr vom Bordservice im Zug, obwohl ich ihm kurz zuvor bereits ein Kaltgetränk um 2,90 Euro abgekauft hatte. "Ich bin jetzt länger nicht da", schickt er noch hinterher. Ich lehne dankend ab. "Wunschlos glücklich?" "Na ja ", antworte ich leise und entlasse Monsieur mitsamt seinem Trolley ins weitere Verkaufsabenteuer an Bord des Intercity 944. Ausgerechnet Madame hatte er mich genannt. In Frankreich wäre er damit goldrichtig gelegen. Mit Madame statt Mademoiselle nämlich. Gerade eben hatte ich eine Glosse genau darüber gelesen. Das Mademoiselle wird dort abgeschafft. Alle Frauen, Fräuleins und großen Mädchen heißen fortan nur noch Madame.
In Österreich hat das Fräulein schon längst ausgedient. Na ja, theoretisch zumindest. Ich will nicht ausschließen, dass ich im Kaffeehaus (auch nach Ende der Fräulein-Ära) schon nach dem Fräulein gerufen habe. Wie sollte man die Kellnerin auch sonst herbeirufen? "Frau Ober(in)", "Bedienung, bitte!", oder ein völlig unpersönliches "Tschuldigung!"? Was wäre gerade in der Wiener Kaffeehauskultur mit seinen Melangen und Baisers passender als "Madame"?
Den edelsten Geigenklang, den Wien am Donnerstagabend zu bieten hatte, erheischten vermutlich die Ohren im Wiener Konzerthaus...weiter
Der Sommer ist da, auch wenn das Wochenende eher eine Abkühlung verspricht, so zeigte sich doch, dass der Winter endlich vorbei ist...weiter
Infrastruktur zählt, dass merkt jeder Stadtbewohner spätestens dann, wenn in seiner nächsten Wohnumgebung unerfreuliche Veränderungen erfolgen...weiter
Längst haben Fahrräder die Autos überholt. Pro Jahr werden rund 400.000 bis 450.000 Drahtesel neu gekauft, ein Drittel mehr als Blechkarossen...weiter
Die Tage sind länger geworden. Nicht, weil sie plötzlich 25 Stunden hätten, sondern weil durch den europaweiten Zeitsprung die Helligkeit nach hinten...weiter
Wer geht schon gerne ins Spital? Ich vermute niemand. Es geht allerdings diesmal nicht um Krankheiten und auch nicht um die oftmals sehr wundersamen...weiter
Piep, piep, piep. Das Leben ist voller Piepser. Wecker, Handy, Türöffner, Kassenscanner, rückwärts fahrende Lkws. Alles piept...weiter
Ich bin ja eigentlich keine Freundin der Zahlen. Doch manchmal, da sprechen sie einfach für sich: Laut Caritas gibt es in der 1...weiter
Schnee in Wien: Da freuen sich wohl nur Kinder, Sportartikelketten, Reifenhändler und – dieser Verdacht sei hier einmal ausgesprochen –...weiter
Im Winter kann man die Dunkelheit deutlich sehen. Besonders, wenn man nachts allein auf dem Rad sitzt und an Orte gelangt...weiter
Dieser Blog ist absolut inhaltsleer. Ich habe nichts zu sagen. Absolut gar nichts. Und da sich dieser Blog "Wien-Blog" nennt...weiter
Sind Menschen, die am 21. Dezember einen Weihnachtsbaum kaufen, unverbesserliche Optimisten, absolute Vollidioten, fatalistische Defätisten...weiter
Eine Meinung hat man. Ja, eine Meinung hat man zu haben. Wo man hinkommt, hat jemand eine Meinung. Die meisten Menschen haben sogar mehrere...weiter
Die verzweifelt auf Parkplatzsuche herumkreisenden Autos sind ein klares Signal: Die Zeit der Christkindlmärkte und Punschstände ist gekommen...weiter
Raketen, Sirenen, Luftschutzbunker: Urlaubserinnerungen der anderen Art bringt dieser Tage eine Reise nach Israel...weiter
"Wo sind denn all die Autos hin", fragt eine ältere Dame den neben ihr sitzenden Herren in der U-Bahn. "Na weg, das waren alle Pendler"...weiter
Kongresse, das weiß in Wien seit dem Biedermeier jedes Kind, machen vor allem eines: Sie tanzen. Vom Herbst 1814 bis in den Frühsommer 1815 vereinigte...weiter