"Wo sind denn all die Autos hin", fragt eine ältere Dame den neben ihr sitzenden Herren in der U-Bahn. "Na weg, das waren alle Pendler". "Hm" – Die beiden Pensionisten und U-Bahn-Fahrer trifft es nicht, dass seit Montag viele nicht mehr mit dem Auto zu ihrer Arbeit fahren können.

Noch nie lagen Chaos und Ruhe so knapp beieinander wie dieser Tage in Wien.
Keine Frage, schnell mal in ein Geschäft hüpfen, ist jetzt wieder als Wiener möglich, mit dem Auto, versteht sich. Es gibt genügend Parkplätze vor dem Kindergarten im 14. Bezirk. Das Kind hinbringen oder abholen war noch nie so einfach, mit dem Auto, versteht sich. Herrscht in den neuen Parkpickerl-Teil-Bezirken, dem 12., 14., 15., 16., 17. Bezirk, Sommerfeeling, weht in den benachbarten Noch-Nicht-Parkpickerl-Bezirken ein rauer Wind.
Wo sich die Autos in ihrer Not fast übereinanderstapeln, ziehen Pendler immer größere Kreise. Für eine Pendlerin sieht ihr Arbeitsweg nun folgendermaßen aus: Montag: Die U6 kann man vergessen, bei der Station Perfektastraße nur nach langem Suchen einen Parkplatz gefunden. Dienstag: Die U3-Station P+R ist voll. Ich suche weiter. (. . .)
Ich sitze jetzt im Richard-Bus und stehe mit dem Auto bei den Steinhofgründen. Schon seit einer Stunde und 20 Minuten unterwegs . . . Mittwoch: Heute Schnellbahn Speising. Die S-Bahn fährt einmal in der Stunde. Hab sie knapp verpasst, zurück zum Auto. Donnerstag: Tag der Entschleunigung. Bin wieder nach Speising, diesmal mit Fahrplan. Es mutet nostalgisch an. Die Frauen in langen Kleidern mit ihren Spitzen verzierten weißen Schirmen, die sie vor der Sonne schützen.
Kinderwagen mit großen Reifen. Die Schienen etwas verrostet, aber doch ein wenig im Morgenlicht schimmernd. Dort und da kämpft sich eine Pflanze durch die Enge der Steine und zeigt mit ihrer grünen Pracht, den puren Überlebenswillen. Wenn nicht eine Handwerkermarke mit ihrer großen Reklame imposant in den Himmel ragen würde, würde die nostalgische Träumerei seinen weiteren Lauf nehmen. Es vergeht die Zeit. Würde ich nicht genau wissen, dass Wien eine Hauptstadt ist, dann hätte ich das Gefühl, im 19. Jahrhundert in einem kleinen Vorort zu sein, wo die Uhren noch anders ticken.
Die Pendlerin war dann eine Stunde später im Büro. Stress hatte sie keinen mehr, genauso wenig wie die zwei Pensionisten in der U-Bahn.
Den edelsten Geigenklang, den Wien am Donnerstagabend zu bieten hatte, erheischten vermutlich die Ohren im Wiener Konzerthaus...weiter
Der Sommer ist da, auch wenn das Wochenende eher eine Abkühlung verspricht, so zeigte sich doch, dass der Winter endlich vorbei ist...weiter
Infrastruktur zählt, dass merkt jeder Stadtbewohner spätestens dann, wenn in seiner nächsten Wohnumgebung unerfreuliche Veränderungen erfolgen...weiter
Längst haben Fahrräder die Autos überholt. Pro Jahr werden rund 400.000 bis 450.000 Drahtesel neu gekauft, ein Drittel mehr als Blechkarossen...weiter
Die Tage sind länger geworden. Nicht, weil sie plötzlich 25 Stunden hätten, sondern weil durch den europaweiten Zeitsprung die Helligkeit nach hinten...weiter
Wer geht schon gerne ins Spital? Ich vermute niemand. Es geht allerdings diesmal nicht um Krankheiten und auch nicht um die oftmals sehr wundersamen...weiter
Piep, piep, piep. Das Leben ist voller Piepser. Wecker, Handy, Türöffner, Kassenscanner, rückwärts fahrende Lkws. Alles piept...weiter
Ich bin ja eigentlich keine Freundin der Zahlen. Doch manchmal, da sprechen sie einfach für sich: Laut Caritas gibt es in der 1...weiter
Schnee in Wien: Da freuen sich wohl nur Kinder, Sportartikelketten, Reifenhändler und – dieser Verdacht sei hier einmal ausgesprochen –...weiter
Im Winter kann man die Dunkelheit deutlich sehen. Besonders, wenn man nachts allein auf dem Rad sitzt und an Orte gelangt...weiter
Dieser Blog ist absolut inhaltsleer. Ich habe nichts zu sagen. Absolut gar nichts. Und da sich dieser Blog "Wien-Blog" nennt...weiter
Sind Menschen, die am 21. Dezember einen Weihnachtsbaum kaufen, unverbesserliche Optimisten, absolute Vollidioten, fatalistische Defätisten...weiter
Eine Meinung hat man. Ja, eine Meinung hat man zu haben. Wo man hinkommt, hat jemand eine Meinung. Die meisten Menschen haben sogar mehrere...weiter
Die verzweifelt auf Parkplatzsuche herumkreisenden Autos sind ein klares Signal: Die Zeit der Christkindlmärkte und Punschstände ist gekommen...weiter
Raketen, Sirenen, Luftschutzbunker: Urlaubserinnerungen der anderen Art bringt dieser Tage eine Reise nach Israel...weiter
Kongresse, das weiß in Wien seit dem Biedermeier jedes Kind, machen vor allem eines: Sie tanzen. Vom Herbst 1814 bis in den Frühsommer 1815 vereinigte...weiter
Wien. Wie Sie vielleicht mitverfolgt haben, ist die "Wiener Zeitung" im August umgezogen: Vom Wiedner Gürtel nach St. Marx...weiter