Den besten Einblick in die eigene Stadt hat man, wenn man eine Reise macht. Dann sieht man die Schönheiten anderer Länder und kann mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt treten.
Die Standardeinstiegsfrage beim Kennenlernen lautet: "Und woher kommen Sie?". Dieser Satz lässt sich scheinbar einfach beantworten, doch bringt er einen ganzen Rattenschwanz anderer Fragen mit sich, die die eigene Stadt in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Auf einer internationalen Konferenz in den USA zu sein, bedeutet auch, dass man sich als Österreicher öfter erklären muss, als gedacht. Die Frage "Where are you from" einfach nur mit "Austria" zu beantworten reicht nicht. Denn die Antwort ist zu mehr als 60 Prozent "Oh, Australia thats nice. How are the Kangoroos?" Zuerst tun mir persönlich die armen Australier leid, die allem Anschein nach sehr stark über ihr Beuteltiervorkommen definiert werden, dann aber wird mir bewusst, dass die Leute mit dem Kontinent immerhin mehr anfangen können, als mit dem Land im Herzen Europas. Glücklicherweise fühle ich mich als Person dadurch nicht weniger wertgeschätzt, muss aber gleich zu einer geografischen Lehrstunde ausholen.
Früher habe ich auf die Frage nach den Kängurus stets gesagt – "We dont have Kangoroos in Austria", aber das stimmt ja nicht. Also habe ich diesmal geantwortet: "Ja, wir haben Kängurus in Wien. Genauer gesagt im Südwesten Wiens – in Schönbrunn." Die meisten Leute sind nach dieser Frage beruhigt. Es gibt keinen großen Gesichtsverlust auf beiden Seiten. Doch wie erklärt man US-Amerikanern wo man herkommt? Eine gute Lösung ist Arnold Schwarzenegger. Dann kann man irgendwas mit Österreich anfangen.
Anderen Interessierten reicht dies aber nicht. Nach der Heimatstadt gefragt, und Wien antwortend, kommt dann doch alles aus dem Gegenüber herausgesprudelt: Wien, oh Wien. Eine wunderschöne Stadt, die beste Oper der Welt, die Sachertorte. Die Trapp-Familie und Sound of Music. Nun ja, fast Wien, aber immerhin Österreich und das Musical genießt in den USA seit Jahrzehnten Kultstatus. Dann kommt Mozart. Falco – ja wirklich Falco! Man sollte ein größeres Denkmal errichten. Die Themen Freundlichkeit und Weltoffenheit sind nicht gerade jene, die Außenstehende mit Wien verbinden – daran sollte vielleicht noch gearbeitet werden.
Ein Konferenzteilnehmer aus Israel zeigte sich vom Naschmarkt begeistert. Eine Dänin lobte das Nachtleben und die Sicherheit. Eine Berlinerin verwies daraufhin auf die schrecklichen Zwischenfälle in der deutschen Hauptstadt und gratulierte, dass dies in Wien nicht so sei. Immerhin fragte aus diesem Kreis niemand nach den Kängurus. Eine marketingtechnische Glanzleistung wäre es doch, wenn der Tiergarten Schönbrunn T-Shirts mit der Aufschrift "Yes, we have Kangoroos in Vienna" produzieren lassen würde. Im Fall des Falles können die Verantwortlichen mich gerne kontaktieren.
Es sind die Klischees die das Leben über die eigenen Landesgrenzen hinaus prägen. Was weiß ich denn schon über den Rest der Welt? Wer noch nie dort war, sollte vielleicht gar nicht darüber urteilen dürfen, aber das ist eine andere Geschichte. Immerhin sorgen solche Diskussionen für eine gewisse Selbstreflexion.
Wann war ich zum letzten Mal am Donauturm? Im Stephansturm? Bin die Höhenstrasse hinauf gefahren und habe über Wien geschaut? Will ich nicht schon seit Jahren die Sinawarte besuchen? Ist es nicht wunderschön in einer Großstadt zu leben und die unterschiedlichsten Menschen zu treffen? Ein anderer Blick abseits von "Hundstrümmerl" und "Parkpickerl" – sehr fein.
Die Metropolen der Welt sind doch eigentlich wunderbar klischeefreie Zonen. So ist New York nicht vergleichbar mit dem ländlichen Mittelwesten, Berlin nicht wie der Rest von Deutschland und Istanbul weit weg von Kopftuch und Land. Es ist an der Zeit sich die Vorteile der Großstadt anzusehen. Und Wien hat definitiv einige Höhepunkte zu bieten. Ich werde mir jetzt einen Plan machen. Die Stadt erkunden und vielleicht spiele ich mal Tourist in Wien. Mache eine Rundfahrt im Tourbus und freue mich die Besucher der Stadt und ihre Geschichten zu hören.
Ach ja für den Fall, dass Sie es in nächster Zeit einmal erklären müssen – in Schönbrunn leben derzeit 9 Kängurus – sieben Erwachsene plus zwei Jungtiere. Alle Vertreter der Parma Kängurus – aber danach hat eigentlich noch nie jemand gefragt. Aber vielleicht interessiert dies ja die Australier, wenn Sie auf einer Reise welche treffen. Aber fragen Sie sich nicht gleich nach den Beuteltieren. Australien hat sicherlich noch viel Mehr zu bieten.
Den edelsten Geigenklang, den Wien am Donnerstagabend zu bieten hatte, erheischten vermutlich die Ohren im Wiener Konzerthaus...weiter
Der Sommer ist da, auch wenn das Wochenende eher eine Abkühlung verspricht, so zeigte sich doch, dass der Winter endlich vorbei ist...weiter
Infrastruktur zählt, dass merkt jeder Stadtbewohner spätestens dann, wenn in seiner nächsten Wohnumgebung unerfreuliche Veränderungen erfolgen...weiter
Längst haben Fahrräder die Autos überholt. Pro Jahr werden rund 400.000 bis 450.000 Drahtesel neu gekauft, ein Drittel mehr als Blechkarossen...weiter
Die Tage sind länger geworden. Nicht, weil sie plötzlich 25 Stunden hätten, sondern weil durch den europaweiten Zeitsprung die Helligkeit nach hinten...weiter
Wer geht schon gerne ins Spital? Ich vermute niemand. Es geht allerdings diesmal nicht um Krankheiten und auch nicht um die oftmals sehr wundersamen...weiter
Piep, piep, piep. Das Leben ist voller Piepser. Wecker, Handy, Türöffner, Kassenscanner, rückwärts fahrende Lkws. Alles piept...weiter
Ich bin ja eigentlich keine Freundin der Zahlen. Doch manchmal, da sprechen sie einfach für sich: Laut Caritas gibt es in der 1...weiter
Schnee in Wien: Da freuen sich wohl nur Kinder, Sportartikelketten, Reifenhändler und – dieser Verdacht sei hier einmal ausgesprochen –...weiter
Im Winter kann man die Dunkelheit deutlich sehen. Besonders, wenn man nachts allein auf dem Rad sitzt und an Orte gelangt...weiter
Dieser Blog ist absolut inhaltsleer. Ich habe nichts zu sagen. Absolut gar nichts. Und da sich dieser Blog "Wien-Blog" nennt...weiter
Sind Menschen, die am 21. Dezember einen Weihnachtsbaum kaufen, unverbesserliche Optimisten, absolute Vollidioten, fatalistische Defätisten...weiter
Eine Meinung hat man. Ja, eine Meinung hat man zu haben. Wo man hinkommt, hat jemand eine Meinung. Die meisten Menschen haben sogar mehrere...weiter
Die verzweifelt auf Parkplatzsuche herumkreisenden Autos sind ein klares Signal: Die Zeit der Christkindlmärkte und Punschstände ist gekommen...weiter
Raketen, Sirenen, Luftschutzbunker: Urlaubserinnerungen der anderen Art bringt dieser Tage eine Reise nach Israel...weiter
"Wo sind denn all die Autos hin", fragt eine ältere Dame den neben ihr sitzenden Herren in der U-Bahn. "Na weg, das waren alle Pendler"...weiter
Kongresse, das weiß in Wien seit dem Biedermeier jedes Kind, machen vor allem eines: Sie tanzen. Vom Herbst 1814 bis in den Frühsommer 1815 vereinigte...weiter
Wien. Wie Sie vielleicht mitverfolgt haben, ist die "Wiener Zeitung" im August umgezogen: Vom Wiedner Gürtel nach St. Marx...weiter