• vom 16.08.2011, 09:25 Uhr

Wien

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Vilnius vertreibt Falschparker - notfalls mit Panzern

"Bürgermeister Gnadenlos" räumt Radwege


Von Eva Krafczyk (dpa)

Vilinius. Arturas Zuokas, Bürgermeister der litauischen Hauptstadt Vilnius, ist mit seiner Geduld am Ende. Der bekennende Fahrradfan rüstet auf im Kampf gegen Falschparker. Bis zur Basketball-Europameisterschaft im September will er in Vilnius aufräumen. Seine spektakuläre Aktion mit einem Panzer, der über eine Limousine rollte, wurde bei YouTube rund drei Millionen Mal angeklickt.

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Bis zu 2.700 Falschparker pro Jahr sind zu viel, entschied das 43-jährige Stadtoberhaupt. Die Zahl der Streifenpolizisten, die in der historischen Innenstadt Jagd auf illegal geparkte Wagen und ihre Besitzer machen, ist bereits in diesem Monat verdoppelt worden. Strafmandate in Höhe bis zu 140 Litas (etwa 40 Euro) sollen einkassiert werden.

Weit über die Grenzen des kleinen baltischen Staates wurde Zuokas mit seiner Panzer-Aktion vor wenigen Wochen bekannt. Damals walzte "Bürgermeister Gnadenlos" mit Brachialgewalt einen auf dem Radweg geparkten Mercedes am Steuer eines Panzers platt - so war es jedenfalls in einem auch im Internet verbreiteten Videoclip zu sehen. "Das wird auch euch passieren, wenn ihr falsch parkt", sagte Zuokas anschließend mit festem Blick an die Adresse aller Falschparker. Erst danach gab die Verwaltung bekannt, dass es sich um eine inszenierte PR-Aktion handelte.

Für Fahrradfahrer in aller Welt ist Zuokas nach seiner Aktion der wohl fahrradfreundlichste Bürgermeister der Welt. "Es gab Reaktionen von nah und fern", sagt Zuokas-Sprecherin Irma Juskenaite. Es gab Fanpost für den "Ter-Mayor-Nator", den Terminator-Bürgermeister. "Artur Zuokas ist mein neuer Held", bekannte ein Fahrradfahrer, der sich vermutlich ebenfalls oft im Slalom zwischen dicht geparkten Autos bewegt.

"Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die die Menschen irritieren und ihnen ein Gefühl der Hilflosigkeit geben" versucht Zuokas die gewaltige Reaktion auf seinen Panzereinsatz zu erklären. "Nach der weltweiten Reaktion auf das Video nehme ich mal an, dass Vilnius nicht die einzige Stadt ist, die eine Lösung für diese Probleme zu finden versucht."

Zuokas setzt nicht nur auf Polizeieinsatz, sondern auch auf die Mitarbeit der Bürger. "Wir werden die Bürger ermutigen, solche Ordnungswidrigkeiten der Polizei zu melden", droht der Bürgermeister. Falls die Autofahrer von Vilnius sich nun als Opfer von Denunziantentum verfolgt sehen, jammern sie nur leise - öffentliche Reaktionen blieben bisher aus.

Die Radfahrer jedenfalls dürften sich über freie Fahrt auf allen nicht zugeparkten Radwegen freuen. Mit einem "Velomarathon" will die Stadt am 21. August für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel werben. Bisher gibt es fast 3.000 Anmeldungen für das größte Radler-Event Litauens. Zuokas ist ebenfalls dabei. "Ich mache natürlich mit", kündigte er an.


Video auf YouTube




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Dokument erstellt am 2011-08-16 09:27:18


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