
Wien. Die Wiener Ringstraße soll bald beidseitig und in beide Richtungen auf dem Rad befahren werden können. Das massiv von den Wiener Grünen betriebene Radweg-Projekt hat nun gleichsam den Gordischen Knoten zerschlagen - denn für die Engstelle bei der Bellaria vor dem Palais Epstein wird es eine Lösung geben. "Es ist eine kluge und kostengünstige Lösung für eine schwierige Stelle", heißt es aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne).
Konkret wird die Fahrbahn zwischen Epstein und U-Bahn-Aufgang der U3-Station Dr.-Karl-Renner-Ring nur noch für den Radverkehr reserviert sein; da dort kaum Autos fahren würden und der 48A-Bus ohnedies auf den Schienen halte, sei dafür genug Platz vorhanden. "Wie überall an Engstellen wird man aber auch dort aufpassen müssen", erklärt ein Vassilakou-Sprecher.
Damit kann nun die letzte verbliebene große Lücke auf der Außenseite des meistbefahrenen Radwegs Österreichs geschlossen werden: Die durchgängige Fahrt vom Parlament bis zur Babenberger Straße soll noch heuer möglich werden. Damit bleiben nur noch zwei kleine Reststücke am Schottenring beziehungsweise im Bereich der Universität ohne Radwege - beides wird vom Rathaus auf Machbarkeit geprüft. Auch geprüft werden soll, ob nicht das Nadelöhr vor dem Ausgang Schottentor umgestaltet und sicherer gemacht werden kann.
Heuer 24 Ausbauprojekte
Insgesamt will die Stadt heuer 24Ausbauprojekte umsetzen und das Radwegenetz um 20 Kilometer auf 1220 Kilometer (inklusive Donauinsel) anwachsen lassen.
Außer auf der Ringstraße liegt der Fokus dabei auf der Radweg-Erschließung des künftigen Hauptbahnhofs (1,5 neue Kilometer am Wiedner und Landstraßer Gürtel) sowie auf bessere Anbindungen in der Donaustadt. Zusätzlich sollen erste konkrete Projekte der seit langem diskutierten "fahrradfreundlichen Straßen" umgesetzt werden.
Die Ringstraße wird am Sonntag ganz im Zeichen der Radler stehen, wenn die Radparade über die Bühne geht. Tausende Interessierte werden am Wochenende auch beim Bike-Festival auf dem Rathausplatz erwartet.
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