
Wien. Das "Manifest für ein radfreundliches Österreich" ist fertig. In den vergangenen Wochen gingen in der Redaktion der "Wiener Zeitung" zahlreiche Vorschläge zur Förderung des Radverkehrs ein, die in ein - inzwischen auf zehn Punkte angewachsenes - Forderungspapier gegossen wurden. Kommende Woche wird das Papier zusammen mit Vertretern der Plattform Radlobby.at an die zuständigen Ministerien übergeben. Noch im Mai geht das Manifest an das Parlament.
Folgend eine gekürzte Fassung des Manifests. Der Originalwortlaut und Hintergrundinformationen sind auf der Homepage der "Wiener Zeitung" unter www.wienerzeitung.at/radmanifest abrufbar.
Menschenfreundliche Verkehrsgestaltung: Das ist ein Auftrag an die Verkehrsplaner, Lebensqualität und Sicherheit der gesamten Bevölkerung im Straßenverkehr als oberstes Ziel zu begreifen.
StVO-Reform: Um das Radfahren als umweltfreundliche, gesunde und energieautarke Form der Fortbewegung zu stärken, ist eine zeitgemäße Straßenverkehrsordnung notwendig, die mit Diskriminierungen gegenüber Radfahrern Schluss macht.
Tempo 30 im Stadtgebiet: Einer Empfehlung des EU-Parlamentes folgend, soll im Stadtgebiet grundsätzlich Tempo 30 gelten. Wie keine andere Maßnahme erhöht dies die Verkehrssicherheit für integrierten Radverkehr und für alle anderen Verkehrsteilnehmer.
In Radinfrastruktur investieren: Ab dem Jahr 2013 sollten zumindest 5 Prozent der öffentlichen Ausgaben für qualitätsvolle Radverkehrslösungen aufgewendet werden.
Obligatorische Rad-Verträglichkeitsprüfung: Ähnlich der Umweltverträglichkeit soll auch die Radverträglichkeit bei Straßenbauprojekten mitbedacht werden.
Radabstellanlagen: Die Verpflichtung zum Bau von Radabstellanlagen in Wohn- sowie Gewerbebauten muss mit konkreten Stellplatzzahlen in den Landesgesetzen verankert werden.
Ursachenforschung bei Radverkehrsunfällen: Nur Detailuntersuchungen von Radverkehrsunfällen ermöglichen eine genaue, objektive Analyse von Unfallursachen.
Radfreundliche Wirtschaftsbetriebe: Wirtschaftsbetriebe und Transportunternehmen müssen dabei unterstützt werden, das bestmögliche Service für ihre Rad fahrenden Kunden und Mitarbeiter zu bieten. Das betrifft vor allem qualitätsvolle Abstellanlagen sowie Radmitnahmemöglichkeiten bei Bus und Bahn.
Radverkehrsbeauftragte: Städte und Gemeinden benötigen kompetente Radverkehrsbeauftragte.
Reform der Führerscheinausbildung: Die Ausbildung für Kfz-Lenker muss den Radverkehr stärker berücksichtigen.