Wien. (rös) 1970 war das Wiener Radwegenetz elf Kilometer lang. Heute sind es immerhin 1206 Kilometer. Und noch in diesem Jahr soll die durchgängige Radwegverbindung auf der Ringaußenseite fertiggestellt werden.

Die Wiener Radfahrer können also zufrieden sein - beziehungsweise wird das nun auch von einer Studie bestätigt: Bei einer von der Radagentur durchgeführten Umfrage haben 58 Prozent der Radfahrer angegeben, dass sich ihre Situation in Wien verbessert hat. Das teilte die Agentur am Dienstag mit. Doch es gibt auch Wünsche: Vor allem der schnelle Ausbau des Radwegnetzes wird urgiert. Immerhin benützen immer mehr Wiener ein Fahrrad - und wenn sie selbst keines besitzen, dann stehen ihnen die Citybikes zur Verfügung.
Insgesamt gibt es derzeit 96 Citybike-Standorte in Wien - "vier sind derzeit in Bau und 2013 sind noch weitere 10 bis 15 geplant", hieß es aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou am Dienstag. Pro Station stehen durchschnittlich 20 bis 40 Räder bereit, die auch alle ausgiebig benützt würden.
Rund 4600 Radfahrer wurden im Mai und Juni 2012 nach ihren Erfahrungen auf den Straßen Wiens befragt. Während 58 Prozent eine Verbesserung konstatierten, gaben etwas weniger - nämlich 52 Prozent - an, dass sie sich im Verkehrsgeschehen sicher fühlen.
27 Prozent wünschten sich einen schnelleren und besseren Ausbau des Wegenetzes. 15 Prozent hätten zudem gerne breitere Radfahranlagen sowie grundsätzlich mehr Platz. 15 Prozent haben auch einen Ausbau der sicheren Radabstellanlagen auf der Wunschliste, hieß es.
"Wiens Radfahrende erkennen an, dass viele Maßnahmen für den Radverkehr gesetzt werden. Gleichzeitig ist das Ergebnis der Umfrage auch ein Handlungsauftrag an die Stadt, die Radinfrastruktur zu verbessern", kommentierte Martin Blum, Wiens Radverkehrs-Beauftragter, die Ergebnisse. Als Hauptgrund, warum das Bike benutzt wird, wurde übrigens "Freude beziehungsweise Spaß am Radfahren" genannt.
Heuer noch Ringradweg
Der in diesem Jahr für den Bau vorgesehene Abschnitt des Ringradweges umfasst den Bereich vom Rathausplatz bis zur Babenbergerstraße. Es ist vorgesehen, die Gehsteigfläche vor dem Parlament und am Schmerlingplatz in eine Fußgängerzone umzuwandlen, die auch Radfahrer und Fahrzeuge im öffentlichen Dienst für Parlamentszwecke nutzen dürfen.
Die Fortführung des Radweges erfolgt dann in der Nebenfahrbahn des Dr.-Karl-Renner-Rings. Diese Nebenfahrbahn wird so umgestaltet, dass ein Durchfahren für den Individualverkehr ab der Bellariastraße nicht mehr möglich ist. Ab Burgring wird im Bereich der Straßenbahnhaltestelle der Radweg von der Reitallee wieder in die Nebenfahrbahn geführt. Dabei soll der Radweg bis zur Babenbergerstraße baulich von der Nebenfahrbahn getrennt sein. Die Gesamtkosten sollen sich auf rund 915.000 Euro belaufen.