• vom 04.01.2013, 16:19 Uhr

Wien

Update: 04.01.2013, 17:10 Uhr

Rad-Jahr 2013

2030 Radanteil bei 30 Prozent?




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Von Christian Rösner

  • Sogar München hat Wien mit 18 Prozent Radanteil längst überholt, Stadtregierung will jetzt "Rückenwind" nutzen
  • Die "richtige" Politik hilft auch in Wien dem Rad, das Auto zu verdrängen.

Einsamer Radständer: Die Öffis sind in Wien immer noch attraktiver als das Fahrrad. - © Moritz Ziegler

Einsamer Radständer: Die Öffis sind in Wien immer noch attraktiver als das Fahrrad. © Moritz Ziegler

Wien. Die rot-grüne Stadtregierung hat das Jahr 2013 zum ersten "Rad-Jahr" der Geschichte Wiens erklärt. Aus diesem Anlass stehen das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen am Programm.

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Erklärtes Ziel der Stadtregierung ist es nämlich, dass 2015 zehn Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Ein ehrgeiziges Ziel; beträgt der Fahrradanteil in Wien heute nur 6 Prozent. Um besagte 10 Prozent zu erreichen, hat die Stadt bekanntlich einen eigenen städtischer Fahrradbeauftragten bestellt: Martin Blum ist Anlaufstelle für alle Radfahrorganisationen, soll Events zum Thema organisieren und Aktivitäten zur "Weiterentwicklung der Fahrradkultur" setzen.

Angesichts der Tatsache, dass der Fahrradanteil etwa in Amsterdam oder Kopenhagen bei 35 Prozent liegt - und das schon seit Jahrzehnten, wird der Handlungsbedarf zumindest von dem grünen Anteil der Stadtregierung nachvollziehbar. Sogar München hat Wien mit 17 bis 18 Prozent Radanteil längst überholt.

Aber Blum gibt sich zuversichtlich: "Ende der 80er Jahre lag der Fahrradanteil in Wien noch bei 2 Prozent. Heute gibt es rund eine Million Fahrräder in Wien - das bedeutet mehr Räder als Autos", so der Experte.

Radfahrer brauchen Platz
Und wenn man den Radanteil in zwei Jahren um vier Prozent heben will, dann sind für Blum 30 Prozent im Jahr 2030 auch vorstellbar: "ambitioniert, aber erreichbar", wie er meint. Vorausgesetzt, es fallen die "richtigen" politischen Entscheidungen: Denn Radfahrer brauchen Platz. So ist es laut Blum erwiesen, dass eine gute Infrastruktur Radfahrer anzieht. Der weitere Ausbau der Radwege sowie die Möglichkeit, eigene Fahrradstraßen zu schaffen, würden demnach den Umstieg begünstigen. Letzteres soll etwa bereits durch die nächste Novelle der Straßenverkehrsordnung im März umgesetzt werden können.

Auch die Parkraumbewirtschaftung sorgt laut Blum dafür, dass die Autos aus der Stadt verdrängt werden und so mehr Platz für die Radfahrer vorhanden ist. "Ein Auto heißt acht Fahrräder", erklärt Blum. "Aber Infrastruktur ist nicht alles", erklärt der Experte weiter. "Das ist zu einem großen Teil auch eine Lifestyle-Geschichte".

80 Prozent fahren im Winter
In Freiburg würde etwa 60 Prozent aller Radfahrer auch im Winter fahren. In Kopenhagen und Amsterdam sind es Blum zufolge sogar 80 Prozent. In Wien liegt der Wert bei etwa 30 Prozent.

Warum diese Städte so viel weiter als Wien sind? "Erstens sind sie deutlich kleiner, haben früher den Fokus auf das Rad gelegt und besitzen vor allem nicht so ein attraktives Öffi-Netz wie wir", betont Blum: Als Amsterdam versucht hat, die Autos aus der Stadt zu bekommen, habe Wien gerade mit dem U-Bahn-Ausbau begonnen. "Deswegen haben die Fahrräder bei uns auch noch einen anderen Stellenwert", so der Fahrradbeauftragte.

Aber das soll sich ändern. "Die Zuwachsraten beim Radfahren sind international enorm hoch - wir haben also Rückenwind", betont der Radexperte.

Dass Wien einmal dasselbe Schicksal erleidet wie Amsterdam, und an den Fahrrädern zu ersticken droht, glaubt Blum aber nicht. "Wir bauen ständig die Abstellmöglichkeiten aus. Waren es 2009 noch 20.000 Stellplätze in Wien, so sind es heute bereits 32.000 - Tendenz steigend."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-01-04 16:23:04
Letzte Änderung am 2013-01-04 17:10:31


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