• vom 04.01.2013, 16:24 Uhr

Wien

Update: 04.01.2013, 17:06 Uhr

Fahrrad

Wenn die Lösung zum Problem wird




  • Artikel
  • Lesenswert (7)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Frederik Hartig

  • Flächendeckende Zonenlösung für Autos brachte Umdenken
  • Die Parkplatzprobleme Wiens hatte Amsterdam bereits vor 20 Jahren.

Parkplatznot der anderen Art: Wo einst Autos die Straße blockierten, tun das jetzt die Räder.

Parkplatznot der anderen Art: Wo einst Autos die Straße blockierten, tun das jetzt die Räder.© Hartig Parkplatznot der anderen Art: Wo einst Autos die Straße blockierten, tun das jetzt die Räder.© Hartig

Amsterdam/Wien. Das Fahrrad ist das Hauptverkehrsmittel der Amsterdamer. Das Erste, was jedem Touristen, der mit dem Zug in Amsterdam ankommt, auffällt, ist die schier unüberschaubare Menge an Fahrrädern, die vor dem Hauptbahnhof abgestellt ist.

Werbung

Nach einer im Dezember 2012 veröffentlichten Studie des Dienstes Infrastruktur Verkehr und Transport (DIVV) der Gemeinde Amsterdam besaß im Jahr 2011 drei Viertel aller Amsterdamer mindestens ein Fahrrad. An einem durchschnittlichen Arbeitstag wurde innerhalb der Stadt bei einem Drittel der zurückgelegten Wege das Fahrrad genutzt, deutlich mehr als das Auto oder die öffentlichen Verkehrsmitteln. Immer mehr Amsterdamer sind in den letzten Jahren auf das Fahrrad umgestiegen. "Was in Amsterdam mit dem Fahrrad passiert, ist fantastisch", freut sich Eric Wiebes, der als Koordinator für die Verkehrspolitik von Amsterdam verantwortlich ist.

Gut für die Wirtschaft
Anfang der neunziger Jahre wies einiges darauf hin, dass sich viele Unternehmen aus dem Zentrum zurückziehen würden, da die Innenstadt wegen Stau und Mangel an Parkplätzen schlecht erreichbar war. "Es ist vor allem dem Fahrrad zu verdanken, dass Amsterdam noch eine lebendige und wirtschaftlich gut funktionierende Innenstadt hat", erklärt Fokko Kuik, verkehrspolitischer Berater beim DIVV. Im Stadtzentrum gibt es heute mehr Arbeitsplätze als noch vor zwanzig Jahren.

Grachten fast zugeschüttet
Bereits in den fünfziger Jahren zeigte es sich, dass die Stadt Amsterdam mit ihren engen Straßen und kleinen Brücken dem zunehmenden Autoverkehr nicht gewachsen war. Unter dem damaligen Bürgermeister Arnold Jan d’Ailly wurde darum ein Plan aufgestellt, nach dem ein Teil der Grachten im Zentrum zugeschüttet und zu Straßen umgebaut werden sollten. Nach umfangreichen Protesten verschwand die Idee in der Schublade.

Da der Ausbau der Infrastruktur äußerst begrenzt ist, setzte sich seit den siebziger Jahren die Ansicht durch, dass man den Verkehr in der Innenstadt einschränken müsse. Die Stadt führte Parkuhren ein und erhöhte schrittweise die Preise. Innerhalb des Autobahnrings, der die inneren Stadtteile umschließt, gibt es heute kaum noch Möglichkeiten, kostenlos zu parken. Besucher bezahlen im Stadtzentrum fünf Euro für eine Stunde parken, weiter außerhalb sinkt der Tarif auf 2,40 Euro. Anwohner können eine Parkgenehmigung anfragen, die jährlich zwischen rund 50 und 400 Euro kostet, wobei die Wartezeit mehrere Jahre betragen kann. Eine Parklücke ist trotz Genehmigung nicht garantiert, auch Anwohner müssen mitunter einige Runden drehen, bevor sie eine freie Stelle finden.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Fahrrad, Radfahren, Amsterdam

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-01-04 16:29:07
Letzte Änderung am 2013-01-04 17:06:26


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Klagemauern für die Radfahrer
Meistkommentiert
  1. Klagemauern für die Radfahrer

Werbung





Der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main (Hessen) im Abendhimmel.

26.10.2014: Eine Ziege an der türkisch-syrischen Grenze nahe der umkämpften Stadt Kobane. Jessica Hausner (links) mit ihren Darstellern Christian Friedel und Birte Schnöink eröffneten die Viennale mit dem Todessehnsuchtsdrama "Amour Fou", in dem Heinrich von Kleist gemeinsam mit seiner Partnerin seinen Doppelselbstmord plant.

Die Nacktmulle haben Nachwuchs.Am 21. August sind vier Jungtiere zur Welt gekommen. Die Tiere, die dem Kindchenschema so wenig entsprechen, leben im Wüstenhaus in einem 70 Meter langen Höhlenlabyrinth. Die kanadischen Einsatzkräfte suchten am Mittwoch nach weiteren Mittätern.

Werbung