• vom 19.02.2013, 06:00 Uhr

Wien


Radfahren in der Stadt

Auf der Suche nach Rad-Einfällen




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Von Matthias G. Bernold

  • Ideenwettbewerb zum Thema Radfahren in der Stadt
  • Innovative Lösungen zu Sicherheit, Verkehrsplanung, Mode und Architektur.

Sie haben den Cycling-Affairs-Ideenwettbewerb ins Leben gerufen: (v.l.n.r.) Wolfgang Gerlich von Plansinn, Bettina Leidl und Heinz Wolf (beide von Departure). - © Bernold

Sie haben den Cycling-Affairs-Ideenwettbewerb ins Leben gerufen: (v.l.n.r.) Wolfgang Gerlich von Plansinn, Bettina Leidl und Heinz Wolf (beide von Departure). © Bernold

Wien. Wer schon die längste Zeit eine bahnbrechende Idee zum Radfahren in der Schublade ruhen hat, bisher aber nicht den richtigen Zeitpunkt wusste, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren, sollte sie jetzt eiligst hervorholen. Neben den Cycling Visionaries Awards, die vor einigen Wochen in Wien präsentiert wurden, buhlt jetzt nämlich auch der Cycling-Affairs-Preis um die besten Ideen.

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"Kreative nehmen als Avantgarde Entwicklungen vorweg und tragen dazu bei, innovative Lösungen zu finden", erklärte gestern Bettina Weil, die Geschäftsführerin von Departure, der Kreativagentur der Stadt Wien. Die Kreativagentur, üblicherweise damit beschäftigt, jungen Start-up-Unternehmen den Einstieg ins Wirtschaftsleben zu erleichtern, will anlässlich des heurigen Radjahres und der großen Fahrrad-Konferenz Velo-City im Juni Ideen für die Zukunft der Mobilität zusammentragen. "Wir sind von den kreativen Ansätzen fasziniert, die das Fahrrad bietet", sagt Weil: "Uns geht es um alle Bereiche, die das Radfahren berührt. Von Architektur bis hin zu Design, Mode und Stadtplanung."

In sechs verschiedenen Kategorien (Sicherheit und Komfort, Stil und Kultur, Raum und Stadt, Service und Dialog, Menschen und Wege sowie Offen und Frei) können ab sofort und bis zum 15. April Ideen eingereicht werden. Wichtig in diesem Zusammenhang, erläutert Weil gegenüber der "Wiener Zeitung": "Wir suchen nicht nur fertige Projekte, sondern auch Skizzen oder Prototypen, die von der Marktreife noch entfernt sind."

18.500 Euro Preisgelder
Die Gewinner - insgesamt sind 18.500 Euro an Preisgeldern vorgesehen - werden durch eine Jury ermittelt und im Rahmen der Ausstellung "Tour du Monde. Fahrradgeschichten" im Museum für Angewandte Kunst in Wien präsentiert. Bei der Umsetzung der siegreichen Vorschläge will Departure dann behilflich sein.

Ausgerichtet wird der Ideen-Wettbewerb zusammen mit der Kommunikationsagentur Plansinn, die immer wieder Projekte aus dem Bereich Mobilität und Radfahren verwirklicht und die auch für die Velo-City 2013 mit der Stadt Wien zusammenarbeitet. "Cycling Affairs ist ein kleines, aber wesentliches Mosaik-Steinchen in einer langen Reihe von Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung", erklärt Wolfgang Gerlich von Plansinn. Internationale Experten auf Wienbesuch seien oft überrascht, dass auf einer "gar nicht so schlechten" Radinfrastruktur relativ wenige Menschen unterwegs seien. Mit Hilfe von Kommunikationsmaßnahmen wie dem Ideenwettbewerb soll sich das in absehbarer Zeit ändern.

Wettbewerbs-Konkurrenz?
Zum vor kurzem ausgerufenen Ideen-Wettbewerb Cycling Visionaries Awards sehen sich die Erfinder der Cycling Affairs nicht in Konkurrenz. Werden doch beide Initiativen von Plansinn mitbetreut: "Die Zielgruppe und die Bestimmung der Gewinner sind bei beiden Bewerben unterschiedlich", erläutert Gerlich. Während sich Cycling Affairs dezidiert an die Wiener wendet und nach spezifischen Lösungen und Ideen für heimatliche Gefilde sucht, richten sich die Cycling Visionaries Awards an Teilnehmer aus der ganzen Welt. "Wir wollen auch Menschen zur Velo-City hinkriegen, die sich die Reise sonst nicht leisten könnten", erklärt Gerlich: "Es gibt ja Länder mit einer für das Radfahren besonders dynamischen Entwicklung - etwa in Ost- und Südosteuropa, in Afrika oder Südamerika. Spannende Initiativen dort würden wir gerne auszeichnen und beleuchten."

Dass sich Städte weltweit verändern, dass sie wachsen, dynamischer und bunter werden, ist Realität. Dass in diesem Wandel dem Fahrrad als umweltfreundlichsten Verkehrsmittel eine ganz entscheidende Rolle zukommt, steht für Gerlich ebenfalls außer Frage. "Zugleich werden für die Menschen in der Stadt auch die Lebensstile immer differenzierter. Es ist nicht mehr so einfach wie früher, abzuschätzen, was die Leute brauchen, weil es ganz unterschiedliche Formen von Alltag gibt", analysiert Gerlich. In diesem Sinn sei der Wettbewerb auch eine Initiative, die zeigen kann, was die Menschen in einer Stadt brauchen und welche Rolle das Radfahren dabei spielen kann. "Das Rad hat eine besondere Qualität", so der Stadtplaner: "Es bringt die Menschen viel eher zusammen als auseinander."




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Dokument erstellt am 2013-02-18 17:35:04


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