• vom 20.02.2014, 17:27 Uhr

Wien

Update: 25.02.2014, 14:37 Uhr

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Citybikes auf neuen Wegen?




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Ebenso bescheiden wie die Dichte ist der Gesamtumfang des Wiener Netzwerks. Während Wien zwölf Jahre brauchte, um gerade einmal 116 Terminals zu errichten, hat die halb so große Stadt Sevilla 250 Stationen. Die Stadt New York, die ihr Leih-System im Mai vergangenen Jahres eröffnete, stampfte 332 Stationen mit insgesamt 5150 Fahrrädern aus dem Boden. Spitzenreiter ist auch hier Paris mit 20.000 Fahrrädern an knapp 1500 Entlehn-Stationen.

Bezirke bremsen
Dass der Ausbau der City Bikes so träge vor sich geht, hat in Wien politische Gründe: Die Bezirke haben bei der Errichtung neuer Terminals ein Zustimmungsrecht. Da sie die Hälfte der Kosten von rund 70.000 Euro zuschießen müssen, sind sie oft nicht wirklich begeistert. Zumal in der Regel Parkplätze verloren gehen. "Es hapert leider sehr oft am Platz", weiß Dechant: "Es wäre wichtig, dass die Stadt voll hinter den Ausbauplänen steht."

Als das Plakatwerbungs-Unternehmen Gewista im Jahr 2002 die City Bikes übernahm - das Vorgänger-System war wegen sich häufender Vandalenakte in die Schlagzeilen geraten -, entwickelte man ein für damalige Standards hochmodernes System, das durch die Verwendung von Kredit- bzw. Bankomatkarte eine missbräuchliche Nutzung der Leihräder weitgehend verhindert.

Veraltete Technologie?
Inzwischen haben die meisten großen Städte Leihrad-Systeme eingerichtet. Viele sind dabei moderner als das in Wien. Auch wenn Dechant betont, dass das Wiener System durch ständige Verbesserung auf den letzten Stand gebracht wurde.

Als Stations-basiertes System müssen die Wiener Leih-Räder immer wieder zu den Stationen zurückgebracht werden und können nicht einfach wie bei den Leihautos von CarToGo irgendwo an einem Fahrrad-Ständer zurückgelassen werden. Ein derartiges modernes System, das mit Hilfe von Smart Phone und über GPS-Sender direkt am Fahrrad funktioniert, betreibt etwa das Unternehmen Next Bike in Leipzig, Deutschland. In Budapest gewann Next Bike gerade die Ausschreibung für das Leihradsystem dort.

Übers Knie brechen sollte die Stadt ihre Entscheidung freilich auch nicht. So effizient und kostengünstig die neuen Systeme sein mögen - sind sie doch nicht Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der Betreiber: So ging etwa das Unternehmen Bixi, das immerhin die Leihsysteme in Großstädten wie unter anderem Boston, London, New York und Montreal errichtete, im Jänner 2014 in Konkurs.

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Schlagwörter

citybike, Martin Blum, Fahrrad, Gewista

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Dokument erstellt am 2014-02-20 17:32:06
Letzte ńnderung am 2014-02-25 14:37:24



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