• vom 18.01.2016, 10:44 Uhr

Wien

Update: 18.01.2016, 17:04 Uhr

Wien Palais Schönbrunn nach Baden über die nächtliche Wiener Neustädter Straße B17 im Winter








Von Thomas Reis

Der gelernte Vorstadt- Österreicher eifert auf der Piste seinen alpinen Idolen nach ohne dabei zu erfrieren. Wenn es aber darum geht sich oder seine Kinder bei etwas kälteren Wetter zu transportieren so scheint er ohne klimatisiertes Auto nicht überlebensfähig und es staut sich wieder ins Büro und vor der Schule. Es ist bezeichnend wie wenig kognitive Fähigkeit der Mitteleuropäer besitzt, wenn er zwar Thermounterwäsche zum Schi fahren anzieht aber für andere Outdoor-Aktivitäten nicht einmal daran denkt.

Fatbike und Schibekleidung Foto via Eco Bicycle (Facebook)

Fatbike und Schibekleidung Foto via Eco Bicycle (Facebook) Fatbike und Schibekleidung Foto via Eco Bicycle (Facebook)

Für die knappe drei Stunden Fahrt hin und retour am Crosser über die B17 zu meiner Schwester, welche beim Palais Schönbrunn wohnt, hatte eine lange Thermo Unterhose und darüber eine kurze warme Radhose gereicht. Die Hände wurden ausreichend mit Schi- Handschuhen gewärmt. Die Zehen eher schlecht von Schi Wollsocken gewärmt, hier hätte eine winddichtes Folie über die Zehen geholfen. Summa summarum war die Fahrt am Sonntag über die B17 überraschend angenehm, da ja Sonntags immer eine Spur frei war. So wie alle mehrspurigen Straßen werden diese Straßen ja nur an wenigen Stunden der Woche wirklich voll ausgelastet, so bleibt bei Nacht oder am Wochenende genug Platz für Fahrräder und Überholmanöver der Eiligen. Es Zeit mit der entsprechenden Bodenmarkierung deutlich zu machen, dass die B17 schon heute breit genug für Alle ist.

Hier möchte ich auf zwei interessante Aspekte die etwas verquert wirken und zu einer Selbstverständlichkeit der Stadtplanung geworden sind. Die Unfähigkeit sich dem Wetter adäquat zu kleiden sowohl in der Wohnung und so die Raum Temperatur auch bei 17 Grad als wohlig warm zu empfinden. Die Mode als ein selten beachteter Aspekt warum unser Bedürfnis nach immer wärmeren Räume steigt.

Wie in der Streitschrift von Fuhrhop, Verbietet das Bauen ausführlich beschrieben wird, fehlt es uns an neuen Rollen Bildern. Er geht zurecht mit unserer verschwenderischen Bausucht ins Gericht. Er rechnet mit einer bis zu 50% höheren Energiebilanz für Passivhäuser wenn diese im Umland entstehen weil ja plötzlich ein Bedarf an erhöhter (motorisierter-) Mobilität induzieren wird. Auch in der Stadt wird durch jeden Neubau immer weiter neuer Auto- Parkraum geschaffen. So die Mobilität erneut um das Auto herum organisiert. Der Autor Fuhrop schreibt auch von der Atomisierung unserer Gesellschaft und so kommt es zu einer immer weiteren Ausdehnung der Stadt: "Im Extremfall wohnt ein Hundertjähriger allein auf hundert Quadratmetern...um dieses 100-100 Problem zu lösen müssten die Jungen Mut zur Nähe beweisen."

Unsere Medien Helden sollten in Zukunft sich nicht nur todesmutig die Pisten hinunter schmeißen: Nein wir brauchen auch Mutige die alle Straßen, selbst im Winter und in der Nacht zurück erobern!



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-01-18 10:43:49
Letzte nderung am 2016-01-18 17:04:16



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