• vom 29.08.2011, 22:28 Uhr

Wien

Update: 05.09.2011, 15:32 Uhr
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Eine einsame Alternative zum Radweg rund um den Neusiedler See

Mit der Großtrappe gegen den Wind


Von Judith Regner

Der Hanság bei Andau

Der Hanság bei AndauWZ Online/Regner Der Hanság bei AndauWZ Online/Regner

Etwa 133 Kilometer führt der B10-Radweg rund um den Neusiedler See, wobei der burgenländische Teil mit 100 Kilometern den größeren Brocken ausmacht. Kaum Steigungen und in 45 Minuten mit der Bahn von Wien zu erreichen, zieht der Radweg am Wochenende Familien an, die gemütlich den Steppensee entlangradeln.

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Vor allem in den Sommermonaten gleicht das schmale Asphaltband rund um den See streckenweise der Wiener Südosttangente während der Rush Hour. Wer Tempo machen will oder die Einsamkeit sucht, hier eine Alternative: Anstatt den Zug in Neusiedl am See zu verlassen, fährt man weiter bis St. Andrä am Zicksee. Vom Bahnhof radeln wir Richtung Dorfzentrum, wo wir dem Radwegweiser "B22" Richtung Wallern folgen.

Entlang von Äckern, Weingärten und Naturschutzgebiet geht es nach knapp sechs Kilometern durch Tadten und nach weiteren vier Kilometern erreichen wir Andau. Zur Brücke von Andau - dem Fluchtweg ungarischer Flüchtlinge beim Ungarnaufstand 1956 – führt eine schnurgerade, neun Kilometer lange Asphaltstraße. Auf der einen Seite reihen sich Gemüseäcker aneinander, während sich auf der anderen Seite der Waasen-Hanság ausbreitet. Diese Niedermoorlandschaft ist der Lebensraum einer der schwersten flugfähigen Vögel der Welt. Wer früh genug unterwegs ist, bekommt vielleicht ein Exemplar der Großtrappe zu Gesicht. An der ungarischen Grenze angekommen, geht es auf demselben Weg zurück.

In Halbturn verlassen wir den "B22" und mit ihm den Seewinkel und fahren auf dem "B26" weiter über Nickelsdorf nach Zurndorf, wo wir auf den "B21" wechseln. Auf diesem Abschnitt legen riesige Windkrafträder ein architektonisches Zeugnis ab, womit Radfahrer hier zu kämpfen haben. Denn auch wenn es Pedalierer in dieser Gegend mit keiner nennenswerten Steigung aufnehmen müssen, lauert hier ein unsichtbarer Gegner: der Wind. Und der bläst immer. Besonders im Herbst kann es in diesen flachen Flecken Österreichs sehr stürmisch werden.

In Gols angekommen kann man sich entscheiden: entweder man wählt den Verbindungsradweg "B24", um auf den geschäftigen "B10" zu gelangen (und den mittlerweile rund 80 gesammelten Kilometern noch einige hinzuzufügen) oder man verkürzt sich die Wartezeit auf den Zug nach Wien in einem der gemütlichen Heurigen der Weinbaugemeinde.

Hinweis: Auf http://www.burgenland.info/de/themen/sport/radfahren/
finden sich PDFs sämtlicher Streckenkarten.


Radroute 1237252 - powered by Bikemap



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-08-29 21:33:04
Letzte Änderung am 2011-09-05 15:32:15


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