• vom 04.04.2012, 16:36 Uhr

Wien

Update: 20.08.2012, 16:18 Uhr
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Radrouten in Wien

Drei Flüsse in 30 Minuten


Von Franz Zauner

  • Eine angenehme, sichere und nahezu autofreie Route von der Donauinsel in die Innenstadt.

In 30 Minuten gelangt man mit dem Fahrrad von der Donauinsel in die Innenstadt - und das auch noch einigermaßen gefahrlos. - dpa / Uwe Zucchi

In 30 Minuten gelangt man mit dem Fahrrad von der Donauinsel in die Innenstadt - und das auch noch einigermaßen gefahrlos. dpa / Uwe Zucchi

Natur ist nicht alles. Normalerweise lockt den Stadtmenschen die Luft und das Grün, doch wenn er genug Sauerstoff getankt hat, kann der Stadtmensch, einfach, weil er ein solcher ist, jäh wieder Sehnsucht nach jenen urbanen Zonen verspüren, die zwar von Verkehrslärm und Abgaswölkchen durchwirkt, aber von geistiger Kultur und menschlicher Vielfalt durchdrungen sind. Wir stehen also mitten auf der Donauinsel und wollen ins Kaffeehaus, das ist die Übungsannahme.

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Es gibt von der Donauinsel aus einige Wege in die Innenstadt. Der geläufigste Trampelpfad führt über Reichsbrücke und Lassallestraße zum Praterstern. Auch die Hauptallee mündet dort, und die Radfahrermassen stauen sich sodann über die Praterstraße, auf der einer der meistbefahrenen Engpässe der Stadt Furcht und Schrecken verheißt.

Wir wollen aber Alternativen aufzeigen für jene, die immer schon mit dem Rad fahren wollten, sich aber Sorgen um ihre Sicherheit machen. Für Noch-nicht-Biker oder Kaum-jemals-Fahrer gibt es in der Stadt einige Routen, die, wenn sie nicht gerade in einer Freizeit-Rushhour befahren werden, ein relativ sicheres und bequemes Verkehren zwischen Innenstadt und Donauinsel ermöglichen. Eine davon ist die Drei-Flüsse-Tour, die wir auf der Donauinsel in der Nähe der Südosttangente starten.


Radroute 1494228 - powered by Bikemap

Drei-Flüsse-Tour

Die Überquerung der Donau an der seitlich angeflantschten Radfahrer-Strecke gehört für den Ausnahme-Radfahrer wahrscheinlich zu den eher unangenehmen Teilstrecken der Tour: Hoch oben über der Donau ist es eng, wenn Radfahrer zweispurig aneinander vorbeiflitzen. Das Stück währt aber nicht lange, und es offeriert einen wunderbaren Ausblick über die Donau.

Sodann geht es unter und neben der Südosttangente durch den Prater durch bis zum Donaukanal (siehe Map). Am Donaukanal-Radweg fließt rechts ruhig und angenehm das braun-grüne Wasser, links braust stellenweise der Verkehr. Das stört nicht weiter, denn er ist baulich immer solide vom Radweg getrennt. Es geht weiter bis zur Urania, wo der Wien-Fluss mündet, dann den Wien-Fluss entlang. Kaum 30 Minuten nach dem Entschluss, ein Kaffeehaus zu besuchen, hat man nach gemächlicher Fahrt gleich die Wahl zwischen zwei: Zur linken Hand taucht an der Landstraßer Hauptstraße die Kurkonditorei Oberlaa auf, rechts führt ein Radweg zum Ringstraßen-Café Prückel.

Dieses allerletzte Stück ist zwar sehr kurz, aber geradezu lächerlich eng, eine Satire auf die Platznot, die den Radfahrern in Städten zu schaffen machen: Nur zehn, zwanzig Prozent mehr Radfahrer, und die Felgen reiben sich aneinander. Die Straßenverkehrsordnung gehört dringend modernisiert, und auch die eine oder andere Straßenbau-Million könnte in radfreundliche Infrastruktur investiert werden. Diesem Zweck dient das Radmanifest der "Wiener Zeitung", das Sie sich, falls Sie es noch nicht kennen, einmal näher anschauen sollten.

Drei-Flüsse-Tour



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-03 16:36:51
Letzte Änderung am 2012-08-20 16:18:11


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