Mit zehn Prozent Steigung sind die letzten rund 200 Meter der Berggasse (Wien 9) Richtung Währinger Straße der steilste befestigte Fahrradweg Wiens. Seit die Strecke auch gegen die Einbahn (von der Liechtenstreinstraße) für Räder befahrbar ist, fällt eine Ausrede weg, sein Rad dieses knackige Endstück bis zur Währinger Straße hochzuschieben. Doch Wien verfügt auch noch über andere Anstiege, die die Oberschenkel brennen lassen - etwa Richtung Hackenberg:
Los geht es über den Skywalk Spittelau. Die Rad- und Fußgängerbrücke bei der U-Bahnstation verbindet bei der Spittelau die Bezirke Alsergrund und Döbling und stellt mit seiner vor Wind und Wetter schützenden Rundum-Glasverschalung zumindest an warmen Tagen eine olfaktorische Herausforderung dar. Frischluft schmeckt anders. Nach 120 Meter wird man in der Guneschgasse ausgespuckt, die nach dem Überqueren der Döblinger Hauptstraße in die Hardtgasse übergeht. Ein sanfter Anstieg führt uns vorbei an Gemeindebauten und mehrstöckigen Wohnhäusern.
An der Ampel Billrothstraße wird geradeaus in die Peter-Jordan-Straße hinaufgekurbelt. Mit der neuen Straße ändern sich auch die Häuser: statt mehrstöckiger Wohnanlagen säumen eindrucksvolle Familienhäuser mit üppigen Grünflächen beide Straßenseiten. Radfahrstreifen oder Radweg gibt es zwar keinen. Am Sonntagvormittag hält sich der Autoverkehr zumindest in diesem Teil der Strecke in Grenzen. An der Ecke Peter-Jordan-Straße/Hans-Richter-Gasse kann es allerdings vorkommen, dass man einige Pkws passieren lassen muss, ehe man links Richtung Linnéplatz weiterradeln kann.
Wir biegen rechts ein in die Gregor-Mendel-Straße und das erste Mal seit unserem Start im 9. Bezirk senkt sich die Steigung der Straße gegen Null. Am Ende der Gregor-Mendel-Straße rollen wir links in die Hartäckerstraße, die uns nach einigen Metern auf der rechten Seite den Blick frei gibt über den 19. Bezirk. Wir folgen weiter der Hartäckerstraße bis zur Felix-Dahn-Straße, die wir rechts weiterradeln. Hier dürfen die Bremsbacken endlich wieder zugreifen. Flott geht es runter. An der Ampel biegen wir links ein in die Krottenbachstraße. Nach einigen Metern endet der Radfahrstreifen. Doch obwohl hier mehr Verkehr herrscht – wirklich nerven nur jene Fahrzeuge, die einen zu knapp überholen.
Mit einem langen sanften Anstieg zieht sich die Krottenbachstraße entlang. Beim Kreisverkehr biegen wir rechts ein in die Agnesgasse. Jetzt werden Oberschenkel und Wadeln wieder gefordert. Als wir rechts in den Ährengruberweg einbiegen, stemmt sich uns der schmale Weg einige Meter kurzzeitig entgegen. Die Aussicht auf die bevorstehende Labung lässt uns noch ein letztes Mal am Lenker reißen. Wir folgen "Am Neustiftblick" zu unserer Rechten und rollen bis vor den Eingang zum "Schutzhaus am Hackenberg".
Vergangenes Wochenende radelte ich nach Mariazell. Ich nahm dabei die südliche Route über Bad Vöslau, entlang der Triesting, Gölsen...weiter