
Wien. Am kommenden Freitag öffnen Forschungsinstitutionen vom Bodensee bis zum Neusiedlersee ihre Tore für das interessierte Publikum bei freiem Eintritt. Die Lange Nacht der Forschung soll Lust auf Naturwissenschaften und technische Themen machen. In Wien gibt es an 37 Standorten 260 Stationen zu besichtigen und zu erleben.
Studienberatung der anderen Art
In der Veranstaltungsreihe "Science Slam" bringen junge Forscher komplexe wissenschaftliche Themen mit Witz und Kreativität in entspannter Atmosphäre dem Publikum näher. Die Studenten sollen in sechsminütigen Präsentationen vermitteln, was sie in ihrem Studium machen, so Initiator Bernhard Weingartner. Wie beim "Science Slam" üblich, soll das Publikum dann den spannendsten und verständlichsten Beitrag küren. Nach einem "Auftritt" bei der Bildungs- und Berufsmesse im März wird im Rahmen der Langen Nacht der Forschung um 20 Uhr in der Aula der Wissenschaft (1., Wollzeile 27a) "geslammt".
Jenseits von echt und falsch
Das Wiener Kunsthistorische Museum (KHM) verbindet der Besucher wohl vor allem mit den ehrwürdigen Ausstellungshallen und dem Glanz alter Meister. Weniger bekannt ist, dass das Haus am Ring seit den 1990er Jahren auch ein naturwissenschaftliches Labor beherbergt. Dort untersuchen Wissenschafter restauratorische, sowie herstellungs- und maltechnische Fragestellungen zu Kunstwerken aus den Sammlungen des KHM, des Museums für Völkerkunde (MVK) und des Österreichischen Theatermuseums (ÖTM). Die Frage nach der Echtheit der Objekte stehe dabei aber nicht im Vordergrund, wie Laborleiterin Martina Grießer im Gespräch mit der APA betonte.
"Wir sind nicht in der 'Echt-Falsch-Schiene' unterwegs, das heißt wir machen keine Untersuchungen, was die Echtheit von Objekten betrifft", so die Chemikerin. Vielmehr interessiere die KHM-Forscher der Zustand sowie Fragen zur Restaurierung der Gemälde, Skulpturen und anderer Kunstgegenstände. Außerdem sei man an Erkenntnissen zu deren Herstellung sowie auf maltechnische Fragestellungen spezialisiert. Viele Analysen hätten damit zu tun, was in früheren Bearbeitungen mit den Kunstwerken gemacht wurde und in wie weit sich diese Bearbeitungen über die Zeit "mit dem Original verbunden haben". Das hängt manchmal auch mit der wissenschaftlichen Abschätzung etwaiger Schäden zusammen.
Das KHM, das MVK und das Österreichische Archäologische Institut stellen ihre Forschungstätigkeit im Rahmen der "Langen Nacht der Forschung 2012" vor. Das Naturwissenschaftliche Labor wird dabei seine Arbeit an vier Stationen und im Rahmen einer Vortragsreihe vorstellen.