• vom 15.05.2012, 17:02 Uhr

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Update: 15.05.2012, 17:11 Uhr
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Der 14. Dalai Lama kommt zu seinem bisher längsten Besuch nach Österreich

Hoher Besuch aus Tibet



  • Politisch und sicherheitstechnisch heikel: Verstimmung mit China möglich.

Wien.

Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, trifft am Donnerstag unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in Österreich ein.

Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, trifft am Donnerstag unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in Österreich ein.© EPA Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, trifft am Donnerstag unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in Österreich ein.© EPA

Er lernte mit Heinrich Harrer, verhandelte mit China, er flüchtete nach Indien. Am Donnerstag kommt Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, nach Österreich. Auf seiner bisher längsten Tour durch Österreich wird er zunächst eine zweitägige Unterweisung in Klagenfurt halten, es folgen ein Besuch im Tibetzentrum in Hüttenberg, der Heimatgemeinde Heinrich Harrers, sowie Vorträge in Klagenfurt und Salzburg. Am Freitag, den 25. Mai, referiert er in der Wiener Stadthalle über das Thema Ethik jenseits von Religion, am Samstag darauf debattiert er unter anderem mit dem Quantenphysiker Anton Zeilinger im Audimax der Uni Wien. Für den Vortrag in der Stadthalle gab es am Dienstag noch Karten.

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Der heute 76-jährige Tenzin Gyatso hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Er wurde Anfang 1940 im Alter von vier Jahren als 14. Dalai Lama - der Linienhalter der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus - inthronisiert. Bereits im Alter von 15 Jahren übernahm er angesichts der angespannten politischen Situation auch die weltliche Führerschaft in Tibet. Nach dem Einmarsch der maoistischen Truppen in Tibet 1950 versuchte er noch, die Lage zu kalmieren - unter anderem stimmte er einem Abkommen zu, mit dem Tibet zwar innenpolitische Autonomie und Religionsfreiheit zugesichert werden sollte, aber China die außen- und wirtschaftspolitische Entscheidungsgewalt bekam. 1959 brach in der tibetischen Hauptstadt Lhasa ein Aufstand gegen die chinesischen Machthaber aus, den diese mit blutiger Gewalt niederschlugen. Der Dalai Lama flüchtete ins nordindische Dharamsala, wo seither die tibetische Exilregierung residiert. Kern seiner Politik - erst 2011 wurde er als Kopf der Exilregierung von dem Juristen Lobsang Sangay abgelöst - war es immer, mit friedlichen Mitteln die tibetische Autonomie wiederzuerlangen. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis.

Fischer hat keine Zeit
Der Besuch des Dalai Lama in Österreich ist wegen des gespannten Verhältnisses zwischen Tibet und China sowohl politisch wie auch sicherheitstechnisch heikel. Bereits 2007 hatte ein Empfang beim damaligen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer eine mehrmonatige diplomatische Eiszeit zwischen China und Österreich ausgelöst. Diesmal hieß es etwa aus der Präsidentschaftskanzlei, es seien - wie schon bei seinen beiden letzten Besuchen - keine Termine Heinz Fischers mit dem Dalai Lama vorgesehen. Kanzler Werner Faymann und Außenminister Michael Spindelegger wollen ihn, wie auch Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, sehr wohl treffen.

Was seine Sicherheit betrifft, so erhält er denselben Schutz wie ein Staatschef. Am Wochenende sprach er in einem Interview von Anschlagsplänen Chinas.

In Österreich leben 300 Tibeter - am 26. Mai gibt es eine Kundgebung unter dem Motto "Für Gerechtigkeit, Recht und Gewaltlosigkeit" auf dem Heldenplatz.




Schlagwörter

China, Tibet, Dalai Lama, Buddhismus

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-15 17:08:11
Letzte Änderung am 2012-05-15 17:11:14


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