Wien. Schon bald sollen sich auch Eltern erkrankter Kleinkinder an den Wiener Ärztefunkdienst wenden können: Dort ist der Einsatz eines Kinderarztes geplant, berichtete das ORF-Radio Wien am Mittwoch. Bisher wurde empfohlen, Kinder unter einem Jahr in die nächste Spitalsambulanz zu bringen, weil die Ärzte des Funkdienstes zu wenig Erfahrung mit Kleinkindern hätten. Noch ist nicht klar, ab wann genau ein Kinderarzt bereit stehen wird - in den nächsten Monaten soll es aber soweit sein, kündigte der Leiter des Wiener Ärztefunkdienstes, Paul Prem, auf APA-Nachfrage an.
Die Rahmenbedingungen seien gegeben, das Vorhaben müsse noch von der neuen Führung der Wiener Ärztekammer abgesegnet werden, so Prem. Er ist aber zuversichtlich, dass dies bald der Fall sein wird, da Krankenkassen und Stadt Wien die Finanzierung bereits zugesagt hätten.
Fahrt in Spital nicht notwendig
Die Hälfte aller Kleinkinder, die in der Nacht in eine Spitalsambulanz gebracht würden, könnte auch zu Hause behandelt werden, berichtete der Ärztefunkdienst-Leiter dem ORF. Es sei in den vergangenen Jahren zu einem "regelrechten Spitalstourismus" gekommen, weil viele Eltern in ihrer verständlichen Verzweiflung sofort in ein Spital fahren würden.
In den meisten Fällen sei dies aber nicht notwendig und koste die Krankenhäuser viel Geld und Arbeit. Von dem mit einem Kinderarzt ausgestatteten Ärztefunkdienst sollen Eltern und Spitäler gleichermaßen profitieren, so Prem.