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Update: 20.08.2012, 10:28 Uhr
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Viele Betriebe in öffentlicher Hand bieten ausgedientes Firmeninventar zum Verkauf an

Wie der Staat Müll zu Geld macht


Von Sebastian Neumann

  • Von Ambulanzfahrzeug bis Zugabteil: was der Staat an Privatpersonen verkauft.

Wien. Weggeschmissen wird nichts - ein Motto, dem sich interessanterweise genau die Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft und Fuhrpark (MA48) verschrieben hat. Denn was von der Stadt nicht mehr gebraucht wird, kommt unter Aufsicht der MA48 unter den Hammer. Bei der aktuellen Bieterrunde waren das rund 100 Fahrzeuge und Maschinen. Viele wären geeignet, dem Käufer Wünsche aus der Kinderzeit zu erfüllen: So stehen etwa ausrangierte Müllwägen, Rettungsautos und Bagger zum Verkauf. Auch Feuerwehrautos gab es schon.

Dieser Müllwagen wartet am Lagerplatz der MA48 in Vösendorf auf seinen neuen Besitzer.

Dieser Müllwagen wartet am Lagerplatz der MA48 in Vösendorf auf seinen neuen Besitzer.Neumann Dieser Müllwagen wartet am Lagerplatz der MA48 in Vösendorf auf seinen neuen Besitzer.Neumann

Wolfgang Laumann von der MA48 ist seit 30 Jahren verantwortlich für die ausgedienten Fahrzeuge, die in Vösendorf auf einem eigenen Gelände ausgestellt werden. So gut wie alles, was vier Räder hat und der Stadt gehört, geht somit irgendwann einmal durch seine Hände: "Sogar bei Unfallwägenkann man noch verwertbare Teile ausbauen", sagt Laumann. Viermal pro Jahr wird versteigert, davor kann man die Objekte eine Woche lang besichtigen. Das ist auch nötig, denn der Zustand der Fahrzeuge reicht von gebraucht bis verbraucht. Dennoch sei Laumann noch nie auf einem sitzengeblieben. Gebote werden per Post abgegeben, der Zuschlag gehe an den Höchstbietenden, "sofern der Altmetallwert überboten wird", sagt Laumann.

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Einnahmen über mehrere hunderttausend Euro
Mitsteigern darf jeder, auch ins Ausland wird oft verkauft. Insgesamt ein lukratives Geschäft: Pro Termin liegt der Erlös für das Stadtbudget im mittleren sechsstelligen Bereich. Für einen Müllwagen wie den abgebildeten werden typischerweise um die 10.000 Euro bezahlt. Auch von Privatpersonen mit Komposthaufen in Übergröße? Das sei kaum der Fall, erklärt Laumann: "Geräte zur Abfallentsorgung kaufen oft kleine Gemeinden, wo die Fahrzeuge nicht so hohen Belastungen ausgesetzt sind wie in Wien. Grundsätzlich erfahren wir aber nichts über die Hintergründe unserer Kunden." Von den Besichtigungen wisse er nur, dass oft Häuslbauer einen günstigen Kleinlaster oder Nostalgiker Raritäten wie alte Mopeds suchen.

Angst, dass das Blaulicht eines Rettungsautos den Käufer zum Ignorieren roter Ampeln animiert, hat Laumann nicht: "So, wie das Auto dasteht, bekommt es keine Zulassung, Sirene und Lichtsignal müssen runter." Die Aufschrift "Rettung" hingegen sei egal: Damit dürfe auch herumfahren, wessen medizinische Kenntnisse beim Pflasteraufkleben enden.




Schlagwörter

Auktion, Müll, Flohmarkt

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-17 18:32:06
Letzte Änderung am 2012-08-20 10:28:20


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