• vom 22.07.2013, 17:16 Uhr

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Update: 22.07.2013, 17:25 Uhr

Filmfestival

Volles Programm (fast) ohne Geld




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Von Matthias Greuling

  • Das zweite "Let’s CEE"-Filmfestival bringt Osteuropa-Kino nach Wien
  • (Un-)bekannte Stars wie Istvan Szabo, Allan Starski und Branko Lustig.

"Domestic": schwarze Komödie des rumänischen Filmemachers Adrian Sitaru.

"Domestic": schwarze Komödie des rumänischen Filmemachers Adrian Sitaru.© Let’s CEE Film Festival "Domestic": schwarze Komödie des rumänischen Filmemachers Adrian Sitaru.© Let’s CEE Film Festival

Wien. Ein Blick in den Osten - "Look East for Great Films" - so lautet das Motto der zweiten Ausgabe des "Let’s CEE"-Filmfestivals (Central and Eastern Europe), das von 13. bis 20. September in Wien stattfinden wird. Nach der gut besuchten Premiere im Vorjahr stehen dann wieder zahlreiche mittel- und osteuropäische Filmproduktionen auf dem Spielplan der Festivalkinos Urania und Actors - begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Publikumsgesprächen, Konzerten, Lectures und einer nächtlichen Party-Zone im Ost-Klub am Schwarzenbergplatz.

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Film als Mittel zur Integration
Für Magdalena Zelasko, die aus Polen stammende Festivaldirektorin, gehört die Ausrichtung des Festivals in Richtung Osten zum Selbstverständnis der kulturellen Mission, die sie mit ihrem ehrenamtlich arbeitenden Team verfolgt: Das "Let’s-CEE"-Festival will "einen ausgesprochen positiven und einzigartigen Beitrag zu einem interkulturellen Dialog auf inner- und zwischenstaatlicher Ebene" leisten, meint Zelasko. Und es will sich auch nicht wirklich eingrenzen lassen auf eine Region - Filme aus Ländern von Aserbaidschan bis Weißrussland wurden ausgewählt, ebenso auch Filme aus der Kaukasus-Region und der Türkei ins Programm aufgenommen.

Die Film-Nationen, die bei "Let’s-CEE" vertreten sind, kennt man sonst kaum in Österreich. Nur wenige osteuropäische Produktionen schaffen es auf die hiesigen Leinwände, weil sich kaum ein Verleih über die auch wegen ihrer Sprache als Nischenfilme geltenden Kunstwerke drübertraut. Es ist, als ziehe sich (nicht nur) beim Filmgeschmack eine Grenze zwischen Ost und West quer durch Europa; während deutsche, französische oder britische Produktionen mit großer Regelmäßigkeit im Kinoeinsatz in Österreich sind, fehlen Filme aus Polen, der Ukraine, Ungarn oder Tschechien fast völlig im hiesigen Kinoalltag.

Da will das "Let’s CEE"-Filmfestival als Plattform zum Kennenlernen von osteuropäischer Filmkunst ansetzen. In diesem Jahr haben die Organisatoren auch zwei Oscar-Preisträger für die Filmschau gewinnen können: Mit dem kroatisch-stämmigen Branko Lustig kommt der Produzent von "Schindlers Liste" nach Wien (im Gefolge des polnischen Szenenbildners Allan Starski, der in Wien eine Masterclass halten wird), und Regisseur Istvan Szabo, der für "Mephisto" einen Oscar erhielt, wird im Spielfilm-Wettbewerb des Festivals seine neueste Arbeit "The Door" mit Helen Mirren und Martina Gedeck präsentieren. Er konkurriert unter anderem mit "Domestic" von Adrian Sitaru, "In the Shadow" von David Ondricek oder "In the Name of" von Malgoska Szumowska. Außerdem richtet das Festival auch einen Dokumentarfilm- und einen Kurzfilmwettbewerb aus. Letzterer steht thematisch unter dem Motto "Filme über Zivilgesellschaft". Zur Eröffnung wird die ukrainische Nachwuchsproduktion "Eastalgia" von Daria Onyshchenko gezeigt, in der auch Karl Markovics und Georg Friedrich mitwirken. Insgesamt stehen 50 Filme auf dem Spielplan, von denen am Ende ein Spiel- und ein Dokumentarfilm mit der vom Vorarlberger Künstler Tone Fink entworfenen Preis-Statue "Urania" prämiert wird.

Neben zwei Retrospektiven zum Werk des slowenischen Regisseurs Damjan Kozole ("Callgirl") und des russischen Filmemachers Alexander Sokurov - er gewann 2011 den Goldenen Löwen für seine "Faust"-Verfilmung - steht noch ein besonderes Schmankerl für Filmfans auf dem Programm: Sergeij Eisensteins Stummfilmklassiker "Panzerkreuzer Potemkin" (1925) wird von der Kult-Combo "Russkaja" im Wiener Gartenbaukino live vertont werden.

Keine Förderung für das Festival
Dem üppigen Programm des "Let’s CEE"-Filmfestivals steht allerdings seine maue finanzielle Ausstattung gegenüber: Private Sponsoren wie der Kulturmanager Robert Hofferer müssen den seltsamen Umstand wettmachen, dass weder das Kulturministerium noch die Stadt Wien die Filmschau fördern. Was Festivaldirektorin Zelasko und ihren Partner bei den Spielorten, die Cineplexx-Gruppe, verwundert: Deren Geschäftsführer Christoph Papousek zeigte sich bei der Programmpräsentation betrübt darüber, dass die Begeisterung für das Festival "von der Politik nicht geteilt wird".




Schlagwörter

Filmfestival, CEE, Osteuropa, Wien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-07-22 17:20:59
Letzte Änderung am 2013-07-22 17:25:32


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