• vom 11.10.2013, 16:53 Uhr

Service

Update: 30.10.2013, 14:09 Uhr

Israelitische Kultusgemeinde

"Eis muss gebrochen werden"




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexia Weiss

  • Zu jeder vollen Stunde erklärt Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister das Judentum und beantwortet Fragen
  • Jüdische Gemeinde lädt zum "Tag der offenen Türen in der IKG".

4000 Menschen kamen beim ersten Tag der offenen Tür im Vorjahr, heuer ist man besser auf die Besucherströme vorbereitet. Weiss

4000 Menschen kamen beim ersten Tag der offenen Tür im Vorjahr, heuer ist man besser auf die Besucherströme vorbereitet. Weiss

Wien. Zum zweiten Mal lädt die Wiener jüdische Gemeinde am kommenden Sonntag zum "Tag der offenen Türen in der IKG Wien". Dieses Mal ist die Gemeindeführung allerdings auf die Besucherströme besser vorbereitet als im Mai 2012: "Wir hatten damals erwartet, dass einige hundert Leute kommen, nicht mehr als tausend jedenfalls. Als ich in die Seitenstettengasse kam, habe ich Schlangen von der einen Seite gesehen und Schlangen von der anderen", erzählt der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien, Oskar Deutsch, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung": "An die 4000 Leute waren an diesem Tag da. Wir wurden einfach überrannt."


Deutsch freut das Interesse, denn nur so könne Normalität einkehren, ist er überzeugt. "Je mehr man voneinander weiß, desto besser werden Vorurteile abgebaut." Ganz bewusst setzt er während seiner Präsidentschaft daher auf das Thema Öffnung. "Was mich am letzten Tag der offenen Türen bewegt hat, waren die Gespräche mit den Leuten. Da haben sich Menschen gewundert und gefragt, wieso darf ich überhaupt hinein in die Synagoge, ich bin ja kein Jude. Und ich habe gesagt, Sie können nicht nur heute in die Synagoge, sondern auch am Schabbat, Sie können den Gottesdienst miterleben. Das ist auch Normalität. So wie wir in eine Kirche gehen können, können auch Nichtjuden zu uns kommen. Und das möchte ich den Menschen vermitteln."

Speisen werden verkostet
Die Besucher erwartet am Sonntag allerdings viel mehr als nur ein Blick in den Stadttempel, die einzige Wiener Synagoge übrigens, welche die Zerstörungswut der Nationalsozialisten überlebt hat. Zu jeder vollen Stunde erklärt Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister das Judentum und beantwortet Fragen. Es gibt zwei Kantorenkonzerte mit Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und Oberkantor Schmuel Barzilai, ein Literaturcafé, Informationen zu den jüdischen Feiertagen und den jüdischen Speisegesetzen, und auch typisch jüdische Speisen können verkostet werden. Das Jüdische Museum öffnet die in der Seitenstettengasse untergebrachte Bibliothek, und eine Fotoausstellung zeigt jüdische Persönlichkeiten, die vor 1938 in Wien gelebt haben.

"Unsere Idee ist, das Judentum fühlbar, erlebbar zu machen", betont die Projektleiterin für den "Tag der offenen Türen in der IKG Wien", Miriam Tenner. "Wenn wir beispielsweise die jüdischen Feiertage präsentieren, soll das ein interaktiver Prozess sein. Die Leute sollen fragen können. Der direkte Kontakt ist ganz wichtig. Es wird aber auch Filme geben, zum Beispiel zur Bar und Bat Mitzwa."

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-10-11 16:56:03
Letzte Änderung am 2013-10-30 14:09:44





Werbung


Werbung