• vom 10.03.2015, 17:41 Uhr

Service


Veranstaltungstipps

Der Stoff, aus dem die Ringstraße besteht




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Das Naturhistorische Museum Wien besitzt eine der größten Sammlungen von Bau-, Dekor- und Ziergesteinen in Europa.

Wien. Das Naturhistorische Museum (NHM) Wien besitzt eine der größten Sammlungen von Bau-, Dekor- und Ziergesteinen in Europa. Beispiele daraus wurden bisher recht konzeptlos aneinandergereiht präsentiert. Nun wurde die Schau erstmals neu konzipiert und Baumaterialien, die etwa für die Ringstraßen-Bauten Verwendung fanden, wurden in neues Licht gerückt - rechtzeitig zum 150-Jahr-Jubiläum des Prachtboulevards.

Die Sammlung wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Felix Karrer (1825 bis 1903) begründet, der als Freiwilliger für das Naturhistorische Museum gearbeitet hat. 35.000 Gesteinsproben, die beim Bau berühmter Gebäude und Monumente in Wien und im übrigen Österreich verwendet wurden, hat er zusammengetragen. Die Sammlung enthält auch Bau- und Dekorgesteine aus anderen Ländern Europas sowie Material bedeutender antiker Bauwerke und Monumente.

Werbung

Der Kurator der Gesteinssammlung, Ludovic Ferriere, hat aus den 35.000 Objekten der im Tiefspeicher des Museums schlummernden Sammlung rund 360 Proben von Gesteinen ausgewählt, die für die Außen- und Innengestaltung bekannter Bauten verwendet wurden. Im Saal 1 des Naturhistorischen Museums werden sie auf einer Länge von rund zehn Metern in den denkmalgeschützten, renovierten Vitrinen präsentiert.

Marmor, Sandstein, Granit, und vieles mehr in Rohform und poliert, reihen sich aneinander und offenbaren die ganze Pracht, Farben- und Mustervielfalt der verwendeten Baumaterialien. Gezeigt werden aber auch die Etiketten der Hersteller auf den Proben und akribisch beschriftete Archivkarten, die Auskunft über Herkunft und Verwendung geben.

Das Parlament aus
Marmor aus Salzburg

Im Mittelpunkt stehen das NHM selbst und die Prachtbauten entlang der Ringstraße, wie Parlament, Burgtheater und Rathaus sowie Gebäude aus dem Wiener Stadtzentrum. Ein großer Teil der Natursteine, die bei der Errichtung dieser Gebäude verwendet wurde, stammte aus den verschiedenen Kronländern der Monarchie. So wurde im Parlament etwa Marmor aus Salzburg, Italien und der Slowakei verwendet.

Gezeigt werden aber auch die Ingredienzen von Stuckmarmor, der etwa die Türstöcke im Naturhistorischen Museum verkleidet. "Zur damaligen Zeit war ein solcher Kunststein viel billiger als Marmor, weil die Arbeit billig war, heute ist das umgekehrt", sagte Ferriere. Beispiele von Gesteinen für berühmte Gebäude wie Schloss Versailles oder Westminster Cathedral sowie Fragmente ägyptischer Statuen aus Granit sowie Reste aus Lava-Bausteinen aus den Ruinen von Karthago runden die Präsentation ab.

Seit 2012 wird die Sammlung inklusive der mit den Objekten verbundenen kulturellen und historischen Informationen mit dem Ziel digitalisiert, sie vollständig online zugänglich zu machen. Dies könnte auch für Architekten und Restauratoren interessant sein.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-03-10 17:44:02



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Gefangen im Einfamilienhausteppich
  2. Anrainerparkplätze für alle
  3. Sticheleien in der Streitpause
  4. Ausgedünnt
  5. "Mehrheit von Schwarz-Blau verhindern"
Meistkommentiert
  1. Gefangen im Einfamilienhausteppich
  2. Heumarkt-Flächenwidmung im Ausschuss beschlossen
  3. Tägliche Geduldsprobe
  4. An Wien vorbei
  5. "Mehrheit von Schwarz-Blau verhindern"

Werbung




Advent

"Musikalischer Adventkalender" mischt stille Tage auf

"Musikalischer Adventkalender" mischt stille Tage auf Wien. Mit heimischer Musik verschiedenster Sparten wollen die Veranstalter des "musikalischen Adventkalenders" bereits zum achten Mal "den...



Werbung


Gebührenerhöhung

Parkscheine können jetzt umgetauscht werden

20161201Parkscheine - © APAweb/Georg Hochmuth Wien. Mit dem neuen Jahr wird das Parken um 5 Prozent teurer, um genau 0,05 Euro je halbe Stunde. Damit zahlt man 1,05 Euro... weiter






Werbung