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Update: 13.05.2015, 13:21 Uhr

Wien im Buch

Überzeugte Urbanisten




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Von Isabella Lechner

  • Im Porträtband "Stadtmenschen" erklären 40 Frauen und Männer ihre Beziehung zu Wien.

"Stadtmenschen"

"Stadtmenschen"© www.lukasbeck.com "Stadtmenschen"© www.lukasbeck.com

Wien. "In Paris oder New York fährt man zwei Stunden, bevor man in der Natur ist, in Wien zehn Minuten", sagt Molekularbiologin und Großstädterin Renée Schroeder, die "nicht nur die Stadt genießt", sondern auch, dass sie "schnell wieder draußen ist". "Ich habe Wien immer geliebt. Das Schlampige, den Zuckerguss, die Patina, die hier auf allem liegt", sagt Schriftsteller Franzobel über seine Wahlstadt. "Wien ist ambivalent, großstädtisch und dörflich zugleich."

Genau diese Mischung aus urbanem Flair und Grätzelleben, aus Anonymität und Eingebundensein ist es, die viele Menschen am Leben in der Stadt schätzen. "So gesehen sind Städte wohl die Dörfer des 21. Jahrhunderts", sagt Saskia Schwaiger, Herausgeberin des Porträtbandes "Stadtmenschen". "Im eigenen Stadtviertel sind Schule, Bücherei und Wirtshaus fußläufig erreichbar, den Nachbarn trifft man im Park und nicht am Kundenparkplatz vom Einkaufszentrum auf der ehemals grünen Wiese. Und wenn ich meine Ruhe haben und anonym sein möchte, brauche ich nur das gewohnte Grätzel verlassen."

Information

Saskia Schwaiger, Lukas Beck
"Stadtmenschen" – Wie Plätze und Straßen Biografien prägen
Picus Verlag, Wien 2015, 168 S., 29,90 Euro

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Bereits zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung leben heute in urbanen Regionen, mehr als die Hälfte in Gemeinden ab 5000 Einwohner, während die ländlichen Orte laufend an Einwohnern verlieren, so die Publikation "Österreichs Städte in Zahlen 2014" von Städtebund und Statistik Austria. Den größten Zuwachs durch Binnenwanderung verzeichnen neben den Landeshauptstädten Wien, Linz, Graz und Klagenfurt derzeit die Kleinstädte Wiener Neustadt, Stockerau, Klosterneuburg und Krems an der Donau. Und der Zuzug in die Städte und deren Umlandgemeinden hält weiter an.

Privilegierte Freiheitsliebhaber
Bessere Jobchancen, Bildung und Ausbildung, gut ausgebaute Gesundheitseinrichtungen, bessere Möglichkeiten der Kinderbetreuung und damit mehr Chancen auf Berufstätigkeit für Frauen werden am häufigsten als Gründe für die Wanderung genannt. Welche Rolle aber spielen die Straßen und Plätze der Stadt im (Alltags-)Leben von "Stadtmenschen"? Was macht das Stadtleben für sie lebenswert, was verbindet sie? Was braucht es, um hier glücklich zu sein? Saskia Schwaiger und Sigrit Fleisz haben aus Anlass des 100. Geburtstags des Österreichischen Städtebunds vierzig Kunstschaffende und Wissenschafter um ihre Erfahrungen und Erinnerungen zu Stadt und Stadtleben gebeten. Herausgekommen sind vierzig Stadt-Geschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Manche Befragten leben immer schon in der Stadt, schildern ihre Erlebnisse aus der Kindheit, das Spiel an "wilden, unberührten, oft unerlaubten Plätzen", andere kamen erst mit dem Erwachsenwerden in die Stadt, so wie der Kärntner Hans Schabus, der mit 18 nach Wien an die Kunstuni wollte und plötzlich "mit einem Rucksack abends am Westbahnhof steht und durch die Gassen irrt, auf der Suche nach einer Bleibe". Wieder andere zieht es als "Städtemenschen" von einer Großstadt in die andere.

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Dokument erstellt am 2015-05-05 17:29:04
Letzte nderung am 2015-05-13 13:21:10




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