• vom 05.05.2015, 18:30 Uhr

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Update: 13.05.2015, 13:21 Uhr

Wien im Buch

Überzeugte Urbanisten




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"Stadtmenschen"

"Stadtmenschen"© www.lukasbeck.com "Stadtmenschen"© www.lukasbeck.com

Was viele Stadtmenschen eint: "Sie sind privilegiert, haben sich ihren Wohn- und Arbeitsort selbst gewählt, sind in die Stadt gezogen, weil sie Träume, Hoffnungen und Pläne darauf aufgebaut haben und sie nun verwirklichen", so Autorin Schwaiger. "Und sie schätzen an der Stadt die Freiheit, hier tun und lassen zu können, was man will." Hinziehen und Weggehen, Bleiben und Neubeginn ziehen sich durch viele Lebensentwürfe der Porträtierten: "Sie sind mobil, im Leben, in der Arbeit und im Kopf, was bedeutet, dass viele sich immer wieder neu erfinden, neue Aufgaben suchen, neue Gemeinschaften."

Ein weiterer Punkt, den nicht nur Forscherin Renée Schröder beim Schwimmen in der Kuchelau so schätzt, ist die Nähe vieler Städte zur Natur: "Die Porträts sind letztlich grüner ausgefallen als ursprünglich gedacht, weil Grünflächen für die meisten Stadtmenschen eine wichtige Rolle spielen", sagt Schwaiger. So wurden denn auch viele Befragten von Fotograf Lukas Beck an ihrem Lieblingsort in freier Natur in Szene gesetzt - vom Bodensee über den Hemmaberg bis in die Perchtoldsdorfer Weinberge und die Wiener Praterauen. "Besonders die wilden, unberührten Flächen symbolisieren für viele ein Stück Freiheit."

Will ich in den Speckgürtel?
Etliche der im Buch Porträtierten leben in Wien, "weil das die einzige Stadt in Österreich ist, die für sie als Metropole zählt", sagt Autorin Schwaiger. "Wien hat internationales Flair und eine bunt zusammengewürfelte, heterogene Bevölkerung mit Menschen aus allen Erdteilen und aus allen Teilen Österreichs - das ist für Kunstschaffende und Forscher besonders attraktiv. Und natürlich lockt viele auch die Rolle Wiens als Universitätsstadt."

Denken manche auch daran, von der Stadt aufs Land zu ziehen oder zu ihren Wurzeln ins Dorf zurückzukehren? "Dieser Gedanke kommt vielen um die Lebensmitte, wenn sie es beruflich geschafft oder Kinder haben. Dann überlegen sie: ,Will ich in den Speckgürtel? Will ich aufs Land? Oder zurück an den Ort der Kindheit?‘" Manche brauchen schlicht auch beides - wie etwa die Musikerin Julia Moretti, die das Leben auf dem Familiengehöft im Tiroler Ranggen, inmitten von Kühen, Wiesen und wilden Kräutern, genauso genießt, wie die Arbeit in einer fremden Stadt. Und manche bleiben einfach in der Großstadt hängen - wie Kabarettist Josef Hader, der, in Melk aufgewachsen, nach dem Deutschstudium in Wien eigentlich in die vertraute Kleinstadt zurückwollte. Wenn da nicht die Bühne dazwischengekommen wäre. "Melk, das ist so etwas wie die ,Vorübung‘ auf die Großstadt gewesen", sagt er. "Die Generalprobe fürs Leben."

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Dokument erstellt am 2015-05-05 17:29:04
Letzte nderung am 2015-05-13 13:21:10




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