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Update: 16.03.2017, 22:34 Uhr

Stunt-Show

Vicki und die starken Männer




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Von Mathias Ziegler

  • Bei den Masters of Dirt in der Wiener Stadthalle ist zum zweiten Mal auch eine Stuntfrau mit dabei.

- © Semtainment/Patrick Reich

© Semtainment/Patrick Reich



Quasi die Mistress of Dirt: Vicki Golden ist als Stuntfrau allein unter Männern.

Quasi die Mistress of Dirt: Vicki Golden ist als Stuntfrau allein unter Männern.© Imago/Zuma Press Quasi die Mistress of Dirt: Vicki Golden ist als Stuntfrau allein unter Männern.© Imago/Zuma Press

Wien. Alles, was Räder hat, fliegt: Unter diesem Motto geht von Freitag bis Sonntag die neue Show der Masters of Dirt (MoD) in der Wiener Stadthalle über die Bühne. Motocross-Maschinen, BMX-Räder, Quads oder sogar Schneemobilen werden meterhoch in die Luft katapultiert, und die Fahrer machen dabei zum Teil auch noch waghalsige Flips oder Saltos in der Luft, um anschließend sicher wieder auf und mit ihren Fahrzeugen zu landen.

Es sind schon wilde Hunde, mit denen Mastermind Georg Fechter (29) seit 2007 atemberaubende Stuntshows macht. "Begonnen haben wir damals mit zehn Fahrern, heute sind es sechzig", erzählt der MoD-Gründer. Und mit jedem Jahr wird die Show größer und spektakulärer: Insgesamt 350 Mitarbeiter bauen bei den sieben bis zehn Auftritten im Jahr hunderte Tonnen Material auf und ab, die 30 Sattelschlepper füllen.

Übrigens brach Masters of Dirt (die Wort-Bild-Marke ließ sich der Spross einer Veranstalterfamilie als Geschenk zum 14. Geburtstag schützen) schon im ersten Jahr den Merchandise-Rekord der Spice Girls, später auch jene von Kiss und AC/DC. Denn auch abseits der Piste ist das Unternehmen enorm gewachsen: "Wir haben vom Tank-Top über Kragenshirts bis hin zu Baseball-Kappen alles im Programm. Und wir machen auch Merchandise-Produkte für Mastercard, Swatch, Cirque de Soleil und andere. Mittlerweile kann man von einem Fashionlabel sprechen, wo wir auch mit reiner Biobaumwolle arbeiten." Neben Masters of Dirt leitet er auch noch den Charity-Verein Sharing Moments, der sich ebenso für Armutsbetroffene einsetzt wie für die Flüchtlingshilfe und den Tierschutz. "Das alles beschäftigt mich das ganze Jahr über, es ist ein Vollzeitjob", sagt Fechter. Seine Fahrer hingegen sind Freiberufler und zwischen den MoD auch bei anderen Freestyle-Shows aktiv.

Supercross-Pionierin

Jedes Jahr wird MoD auch ein bisschen weiblicher. Freilich in kleinen Schritten, denn "es gibt leider nicht sehr viele Frauen, die Freestyle-Sport ausüben", sagt Fechter, dem es erst voriges Jahr gelang, mit der Spanierin Gemma Corbera erstmals eine Stuntfahrerin zu engagieren. Sie ist heuer nicht mehr dabei, dafür wurde eine würdige Nachfolgerin gefunden: Die 24-jährige Vicki Golden aus San Diego fährt seit ihrem siebenten Lebensjahr Motorradrennen, gewann 2011 und 2012 bei den X-Games dreimal Gold im Damenbewerb und holte 2013 als erste Frau im Herrenbewerb Bronze mit ihrem Whip. 2015 war sie dann auch noch die erste Fahrerin in der prestigeträchtigen US-Supercross-Meisterschaft, einer der wichtigsten Rennserien der Welt in diesem Sport.

Information

Masters of Dirt
17. bis 19. März, Wiener Stadthalle
www.mastersofdirt.com
www.sharingmoments.at

Es ist jedenfalls eine kleine Sensation, dass sie nun nach Wien kommt, wo sie als Superstar der Szene in bester Gesellschaft ist. Schließlich sorgen die Masters of Dirt immer wieder mit Superlativen für Aufsehen. Zum Beispiel hat der Österreicher Gerald "Jerry" Mayr als einer von nur drei Menschen weltweit mit seinem Buggy einen Rückwärtssalto geschafft. Und der slowenische Quadfahrer Ales Rozman, der auch nach Wien kommt, ist der einzige Europäer (und einer von nur zwei Stuntmen überhaupt), der einen Backflip/Rückwärtssalto beherrscht. Und Fechter verspricht für dieses Wochenende auch "den ersten Vorwärtssalto auf einem FMX-Bike".

Mehr als bloß Aufputz

Aber wie gesagt, bisher war die Marke MoD eine fast reine Männerdomäne - mit Ausnahme der "Fuel Girls", die so wie die Fahrer aus aller Herren Länder von Jamaika bis Japan kommen. Und die sich selbst - im Gegensatz zu manchen feministischen Kritikern - nicht bloß als optischen Aufputz für die Stuntshow sehen. "Ich mache verschiedenste Feuershows und Reifenakrobatik, aber ich liebe auch den Rennsport: Autos, Motorräder, Buggys - ich habe sogar schon ein Powerboat in der P1-Serie gesteuert", erzählt die Engländerin Vanessa (im Unterschied zu den Fahrern geben die "Fuel Girls" auf der MoD-Website ihre Nachnamen und ihr Alter nicht an). Sie ist seit acht Jahren mit dabei, "und in dieser Zeit bin ich mit MoD nach Las Vegas und Los Angeles, Mykonos, San Juan, Sain-Tropez und was weiß ich wo sonst noch hingekommen". Ihre Kollegin Yusura aus Japan spricht auch vom Spaß, den die Mädels miteinander haben.

Ansonsten ist die Rollenverteilung relativ einseitig: Die Burschen machen wilde Sprünge, und die Mädels feuern sie dabei an.

Ansonsten ist die Rollenverteilung relativ einseitig: Die Burschen machen wilde Sprünge, und die Mädels feuern sie dabei an.© Masters of Dirt Ansonsten ist die Rollenverteilung relativ einseitig: Die Burschen machen wilde Sprünge, und die Mädels feuern sie dabei an.© Masters of Dirt

Ihr Landsmann Daize Suzuki (Freestyle Motocross - FMX) ist übrigens der beste Beweis dafür, dass bei den Masters of Dirt auch vieles vom Machogehabe auf der Piste reine Show ist: Der 35-jährige Japaner ist nämlich glücklich verheiratet und Vater von zwei Kindern. Sein erstes Dirt-Bike hat er als Dreijähriger bekommen, "weil mein Vater verrückt nach diesem Sport ist". Und in 15 Jahren als FMX-Profi hat er natürlich auch genügend Verletzungen erlitten: "Klar, ich habe mir etliche Knochenbrüche zugezogen, wirklich erinnern kann mich gerade aber nur an etwa zehn davon", meint er schmunzelnd. Und spätestens wenn er wieder durch die Luft segelt, bejubelt von den Fans, sind die Schmerzen vom vorigen Sturz wieder vergessen. Aber auch die "Fuel Girls" leben nicht ungefährlich, berichtet Vanessa: "Ich habe mich in der Show auch schon selbst in Brand gesetzt oder wurde von einem Buggy überfahren. Aber hey, that’s life . . ."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-14 13:09:10
Letzte nderung am 2017-03-16 22:34:48



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