• vom 31.03.2017, 16:43 Uhr

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Update: 01.04.2017, 15:41 Uhr

Wien

Die beste Stadt für die Ohren




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Von Pia Feiel

  • Schon wieder auf Platz Eins: Unter 50 Großstädten weisen die Wiener die größte Ohrengesundheit auf.

Stadtlärm schädigt die Ohren - in Wien aber am wenigsten.

Stadtlärm schädigt die Ohren - in Wien aber am wenigsten.© getty Stadtlärm schädigt die Ohren - in Wien aber am wenigsten.© getty

Wien. Nach dem ersten Platz in der Mercer-Studie zur Lebensqualität in Städten kann sich Wien über eine zweite Auszeichnung freuen: Eine Studie über den Zusammenhang von Hörverlust und Lärmbelastung in weltweit fünfzig Großstädten attestiert Wien die größte "Ohrengesundheit". Demnach weisen Wienerinnen und Wiener das geringste Höralter auf. Der von Mimi acoustics erstellten Studie zufolge ist die Differenz zwischen tatsächlichem Alter und Hörvermögen in keiner anderen Stadt so gering.

Höralter liegt in Wien 10,59 Jahre über dem tatsächlichen

Um durchschnittlich 10,59 Jahre ist das Höralter einer in Wien lebenden Person höher als das tatsächliche Alter. Bei Frauen ist die Abweichung mit 10,65 Jahren etwas größer als bei den Männern mit 10,53 Jahren. Die für die Studie verwendeten Daten wurden mittels der Handy-App "Mimi Hörtest" eines Berliner Start-ups gesammelt.

Nach Angabe von Alter und Geschlecht können die Nutzer eine Testung zur Feststellung des persönlichen Höralters durchführen. Über GPS-Daten werden die Ergebnisse schließlich den jeweiligen Städten zugeordnet. In die Studie aufgenommen wurden fünfzig Großstädte mit ausreichender Datengrundlage. Die App wurde 2016 beim Big Impact Award ausgezeichnet, bei dem Smartphone-Anwendungen geehrt werden, die besonders großen gesellschaftlichen Einfluss haben. Inzwischen ist mit "Mimi music" auch eine Software Applikation erhältlich, die die Musiklautstärke am Smartphone dem individuellen Hörvermögen, dem sogenannten "earprint", anpasst.

Neben dem Höralter sind auch Daten zur Lärmbelastung der WHO in die Studie eingeflossen. Aus diesen beiden Komponenten wurde schließlich ein Hörverlust-Index erstellt, in dem Wien hinter Zürich am zweiten Platz rangiert. Zürich ist demnach zwar ruhiger als Wien, das Höralter der Testpersonen in Wien ist jedoch geringer. Unter den Top Fünf bei diesem Ranking sind neben Wien und Zürich mit Oslo, München und Stockholm ausschließlich europäische Städte zu finden.

Am größten ist der Hörverlust mit 19,34 Jahren in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, am lautesten ist es in der südchinesischen Großstadt Guangzhou.

Wien ist die einzige österreichische Stadt, in der Studie. Doch auch für viele Wiener ist ein Hörtest keineswegs eine Selbstverständlichkeit: Bei einem Drittel liegt die letzte Testung mehr als fünf Jahre zurück, ein Viertel hat überhaupt noch nie eine solche durchgeführt, so die Ergebnisse einer Studie des österreichischen Technik-Unternehmens Hartlauer. Und diese Beeinträchtigung äußert sich im Alltag schnell negativ, etwa mit verstärkter Unsicherheit oder Gereiztheit gegenüber dem Gesprächspartner. Ein Hörgerät kann da meist Abhilfe schaffen, doch vor allem junge Leute schämen sich ob ihrer Hörschwäche und greifen daher eher zu unscheinbaren Modellen.

Mit den Ergebnissen möchten die Experten bei Mimi vor allem auf das Thema Hörschäden aufmerksam machen und die Menschen zu mehr Prävention ermutigen. "Während für die meisten Menschen ein Sehtest Routine ist, ist dies beim Gehör nicht der Fall", so Manfred Gross von der Berliner Charité. Doch gerade das frühzeitige Erkennen des Hörverlusts sei essenziell, um weitere Schäden zu vermeiden. Und dazu kann das Smartphone künftig vielleicht einen kleinen Beitrag leisten.





Schlagwörter

Wien, Ohren, Hören, Gesundheit, Stadt

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-31 16:48:05
Letzte nderung am 2017-04-01 15:41:37





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