• vom 28.07.2017, 16:54 Uhr

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Update: 31.07.2017, 12:30 Uhr

Zaubererstraßen

Die Aufteilung der magischen Welten




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Von Clemens Marschall

  • Der Compars-Herrmann-Weg (seit 2008) im 21. Bezirk. Wiener Straßenbezeichnungen nach Zauberkünstlern VI.



Wien. "Compars Herrmann wurde nicht in Hannover geboren, wie in vielen Zauberpublikationen steht, sondern in Galizien, nahe der russischen Grenze", so Robert Kaldy-Karo, Begründer des Instituts Kadotheum, einem wissenschaftlichen Archiv der Zauberkunst im 2. Bezirk in Wien. "Das ist typisch Zauberer, könnte man fast sagen: Er hat seine Geburt verschleiert, weil sie doch nicht so spektakulär war, wie es seine mystisch verkaufte Persönlichkeit verlangte."

Dem 1816 geborenen Compars Herrmann wurde seine "magische Vermarktung" schon in die Wiege gelegt, stammte er doch aus einer Familie von Zauberkünstlern. Kurt Volkmann schreibt in "Geschichte der Zauberkunst" (Folge 65) über ihn: "Die Erziehung des jungen Herrmann lag bei dem Wanderleben des Vaters im Argen. Er soll nicht einmal des Schreibens kundig gewesen sein, so dass er für seinen Namen gewöhnlich drei Kreuze machte. Seine Sprachbegabung wird über Gebühr gerühmt. Ritter v. Vincenti erzählt: ‚Er sprach ein halbes Dutzend Sprachen, aber jede Sprache, auch die Deutsche, mit einem fremdartigen Akzent, Französisch noch am besten.‘"


Karriere begann in Paris
Seine Laufbahn begann Herrmann in Paris als Schauspieler, Taschenspieler - und Vogelstimmenimitator. 1846 gastierte er in Bordeaux, 1848 in London. Zu seinem Repertoire gehörten Stücke wie "Die unerschöpfliche Flasche", "Das Schweben eines Mädchens in der Luft", "Die gehorsamen Geldstücke", "Der Harlekinautomat" und Gedankenlesen. Er kam über verschiedene Stationen mit bescheidenen Mitteln nach Wien und siedelte sich im 2. Bezirk an, wo die jüdische Gemeinschaft und viele Künstler ihr Zuhause hatten.

Mit Hilfe des Bankiers Baron Anselm von Rothschild schaffte es der jüdische Zauberkünstler Herrmann, in die bessere Gesellschaft aufzusteigen. Vom Wiener Magier und Erfinder Johann Nepomuk Hofzinser (1806-1875) kaufte er einige Zauberroutinen, und, so fügt Kaldy-Karo hinzu: "Er verzichtete bewusst auf üppige Bühnendekorationen und stellte seine Person und seine Fingerfertigkeit in den Vordergrund."

Auftritt vor Abraham Lincoln
In Wien trat er erstmals 1851 öffentlich in Erscheinung, und zwar im Carl-Theater in der Praterstraße. Daraufhin wurde er mit seinen Vorführungen in die privaten Salons der höheren Gesellschaft geladen. Ab 1852 war er für kurze Zeit mit der österreichisch-ungarischen Opernsängerin Rosa Csillag verheiratet, so Kaldy-Karo: "Sie war berühmt für ihre schönen langen Haare und wurde als Testimonial von einer Haarwuchsfirma engagiert."

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Dokument erstellt am 2017-07-28 17:00:12
Letzte ─nderung am 2017-07-31 12:30:05




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