
Heike Hromatka, Sprecherin der zuständigen Wiener Sucht- und Drogenkoordination, bestätigt: "Es gibt jetzt den rechtsgültigen Baubescheid. Mit 22. Dezember wird es den offiziellen Baubeginn geben."
13 Millionen Euro Kosten
Am Bauplatz vis à vis der U6-Station Gumpendorfer Straße (Ecke Gürtel/Gumpendorfer Straße - siehe Grafik) sind bereits die ersten Baumaschinen aufgefahren. Laut Hromatka soll im Jänner der Aushub des Grundstücks erfolgen, danach wird das Gebäude bis zum Frühjahr 2012 hochgezogen. "Wir rechnen mit der Übersiedlung unserer Einrichtungen im ersten Quartal 2012."
In dem Neubau, der rund 13 Millionen Euro kosten soll, werden gleich mehrere Sozialeinrichtungen untergebracht: Zum einen übersiedelt der Ganslwirt vom bisherigen Standort Esterhazygasse an den Gürtel; auch die derzeitige Ausweichstation der Wiener Drogeneinrichtung, das TaBeNo am Wiedner Gürtel, wird wieder aufgelöst und am neuen Standort integriert. Weiters wird ein von der Volkshilfe betriebenes, sozial betreutes Wohnhaus mit 85 Plätzen für Männer und Frauen untergebracht; außerdem ist noch eine Mutter-Kind-Einrichtung vorgesehen.

Über Restflächen für Büros laufen noch Verhandlungen: "Da geht es um überschaubare Flächen von unter 1000 Quadratmetern - das entspricht einem Zehntel der Gesamtfläche", berichtet der Ziviltechniker Stephan Fuld, der hinter der privaten Errichtungsgesellschaft "G157" (für die künftige Adresse Gumpendorfer Straße 157) steht. Als Generalunternehmer für das Bauprojekt fungiert nach einer öffentlichen Ausschreibung die Porr, die Sozialeinrichtungen mieten sich dann in das sechsgeschoßige Objekt ein.
Tatsächlich hätte der Ganslwirt-Neubau seit mehr als einem Jahr eröffnet sein sollen - allerdings gelang es den städtischen Stellen nicht, die nötigen Grundstücksverträge abzuschließen. Zuletzt wurde die Fertigstellung mit 2011 angegeben - durch besagten Anrainer-Einspruch wurde jedoch erneut ein halbes Jahr Verspätung aufgerissen.
26 Betten für Süchtige
Laut Hromatka sollen nach zwei Jahren die Kapazitäten für Drogensüchtige im Ganslwirt evaluiert werden. "Anfangs wird es 26 Notschlafbetten und 200 Tagesbetreuungsplätze geben." Pro Jahr werden beim Ganslwirt rund drei Millionen Spritzen getauscht.