• vom 17.11.2010, 18:51 Uhr

Stadtleben

Update: 18.11.2010, 13:19 Uhr

Neue Stadtregierung dürfte U1-Verlängerung bis Rothneusiedl mangels Bauprojekt kürzen

U1-Ausbau massiv gekürzt




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Von Christian Mayr

  • Rot-Grün ist de facto einig über Ausbau nur bis zur Hansson-Siedlung.
  • 150 Millionen Euro Ersparnis fürs Budget.
  • Wien. Bürgermeister Michael Häupl hat es am Freitag bei der Präsentation des rot-grünen Regierungspaktes unmissverständlich vorweggenommen: "In wogende Erdfelder bauen wir sicher keine U-Bahn."

Und auch die neue grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou kündigte an, eine Entscheidung "in wenigen Tagen" bekanntzugeben. De facto ist die Entscheidung, die U1 Richtung Süden deutlich kürzer als geplant zu bauen, bereits gefallen. Verlässliche Quellen bestätigen gegenüber der "Wiener Zeitung": "Die Strecke führt 2015 nur bis zur Alaudagasse und nicht bis nach Rothneusiedl."

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Damit würde die rund 4,8 Kilometer lange Südverlängerung um die Hälfte beziehungsweise um drei von sechs Stationen kürzer ausfallen (siehe Grafik). Der nördliche Teil der großen Per-Albin-Hansson-Siedlung wäre mit der Station Alaudagasse ebenso erschlossen wie der Verteilerkreis (Station "Altes Landgut") und die Troststraße. Der dünner besiedelte südliche Teil müsste dann noch auf die U-Bahn und insbesondere auf die Stadtentwicklung in Rothneusiedl warten, wo derzeit tatsächlich nichts anderes als "wogende Erdfelder" vorhanden sind.

Angenehmer Nebeneffekt für die Stadt Wien bei dieser Kurzvariante: Sie erspart sich bis 2015 rund 150 Millionen Euro. "Um dieses Geld können wir drei neue Straßenbahnen bauen", erklärt ein rot-grüner Verhandler. Insgesamt ist die ganze Strecke mit 860 Millionen Euro veranschlagt, wobei der Bund die Hälfte zahlen muss; der wesentlich teurere Abschnitt ist jener bis zur Alaudagasse, da die Trasse bis dorthin unterirdisch verläuft.

Die offensichtliche Einigung bei den rot-grünen Verhandlungen basiert auf den nach wie vor nicht vorhandenen Stadtentwicklungsplänen für Rothneusiedl: Das Stadion-Projekt von Ex-Austria-Mäzen Frank Stronach ist längst passé. Allerdings hat Magna eine bis 2015 laufende Option auf die städtischen Flächen in dem 100 Hektar großen Areal - falls auch die übrigen, in privater Hand befindlichen Grundstücke erworben werden. Somit bleibt der Stadtteil auf Jahre hin blockiert.

Brauner: Kein Dementi

Die für die Wiener Linien zuständige Finanzstadträtin Renate Brauner dementiert die vorläufige Kurzvariante im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" nicht. Sie wolle "keine Details" nennen, sonst würden die Preise in Rothneusiedl weiter nach oben getrieben. Im weiteren U-Bahn-Ausbau liege "die Priorität derzeit auf Aspern" (U2), in Rothneusiedl sei die Frage der weiteren Stadtentwicklung aber noch zu klären, so Brauner.

Ähnlich die Wiener Linien: Noch gebe es keine Planänderung - sollte Rothneusiedl aber unbebaut bleiben, "wird man sich die Frage politisch stellen müssen, ob die Verlängerung noch sinnvoll ist", sagt ein Sprecher. Derzeit laufen die Vorarbeiten jedenfalls nur für die Tiefstrecke bis zur Alaudagasse: "Das deshalb, weil dieser Abschnitt ein Jahr länger benötigt."




Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2010-11-17 18:51:58
Letzte Änderung am 2010-11-18 13:19:00


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