• vom 24.08.2011, 17:56 Uhr

Stadtleben

Update: 30.08.2011, 15:39 Uhr

Stadtleben

Israel-Kritiker sorgt für Aufregung




  • Artikel
  • Kommentare (4)
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Simon Pötschko

  • Unmut über "Remapping Palestine".
  • "Unseriöser" Wissenschafter erregt die Gemüter.

Historiker Pappé wird vorgeworfen, Interpretationen statt Historiografien zu liefern.

Historiker Pappé wird vorgeworfen, Interpretationen statt Historiografien zu liefern.© © Colin McPherson/Corbis Historiker Pappé wird vorgeworfen, Interpretationen statt Historiografien zu liefern.© © Colin McPherson/Corbis

Wien. Ein heiß diskutiertes Thema ist der Nah-Ost-Konflikt allemal und als solches sorgt er auch immer wieder für Aufregung.

Aktueller Anlass: Ein vom Wiener Verein "Dar al Janub", für den Zeitraum vom 19. bis zum 21. Oktober geplantes Symposium mit dem Titel "Remapping Palestine", bei dem auch ein Vortrag des in Fachkreisen umstrittenen israelischen Historikers Ilan Pappé geplant ist. Die Österreichisch-Israelische Gemeinschaft (ÖIG) reagierte auf die Ankündigung mit massiver Kritik.


"Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um ein ganz einseitiges Symposium, das keine einzige israelische Stellungnahme zulässt," kritisierte Susi Shaked, Generalsekretärin der ÖIG, das anstehende Treffen.

Des Weiteren bezeichnete Shaked das geplante Symposium als unnötig. In ihren Augen würde eine Veranstaltung dieser Art die Friedensbewegung zerstören und sei weder im Interesse der einen noch der anderen Konfliktpartei.

Alleine schon der Titel würde es laut ÖIG erlauben, das Treffen im Oktober als Fortsetzung der dritten Durban-Konferenz zu interpretieren, der bereits ein antisemitischer Ruf anhafte. Den Veranstaltungstitel "Remapping Palestine" (auf Deutsch am ehesten zu übersetzen mit: Neuzeichnen der Karte Palästinas) übersetzt die ÖIG allerdings relativ frei mit "Neubelagerung Ralästinas".

Ein rotes Tuch für die ÖIG ist zweifellos auch das angekündigte Referat des zwar bekannten, aber nicht unumstrittenen Israel-kritischen Historikers Ilan Pappé. So ist Pappé zwar als renommierter Historiker bekannt, letztendlich haftet ihm jedoch der Ruf an, unseriös und einseitig zu sein. Shaked selbst bezeichnete ihn als einen "schwierigen Menschen."

Unter den Unterstützern der Veranstaltung taucht unter anderem auch die Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen (GÖAB) auf. Sie unterstützt das Symposium aber hauptsächlich aus freundschaftlichen Gründen den Veranstaltern gegenüber, so Fritz Edlinger, Generalsekretär der GÖAB.

Auf Shakeds Vorwürfe meinte Edlinger allerdings, dass es sich selbstverständlich um eine parteiische Veranstaltung handle, bei der auch harte Meinungen geäußert werden könnten, und nicht um eine objektiv wissenschaftliche. Immerhin sei es den Veranstaltern gelungen, international renommierte Fachleute nach Wien zu holen. Die Veranstalter selbst waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Wer ebenfalls als Unterstützer auf der Homepage www.dar-al-janub.net auftaucht - ohne es bis dato gewusst zu haben - ist die Kulturabteilung der Stadt Wien und das Außenministerium. Das Außenministerium habe eine finanzielle Unterstützung abgelehnt, sagte der Leiter der Presseabteilung Peter Launsky-Tiefenthal. Ähnliches gilt für die Stadt Wien: Zwar sei eine Unterstützungsanfrage eingegangen, diese sei aber noch zu prüfen und wurde momentan auf Eis gelegt, so Sprecher Daniel Benyes.




Schlagwörter

Stadtleben

4 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-08-24 18:02:06
Letzte nderung am 2011-08-30 15:39:00




Zwischennutzung

Die kreative Vorhut der Investoren

Noch dieses Wochenende hat der Weihnachtsmarkt im Stall geöffnet. - © creau Wien. Zum Glück waren es keine Schweine. Angie Schmied und Lukas Böckle stehen in dem ehemaligen Stallgebäude und schnuppern... weiter




Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Fleischerei

Ausgeblutet

Nach vier Generationen Familienbetrieb ist es mit Trünkel im April 2017 vorbei. - © Arnold Burghardt Wien. Es ist ein schwarzer Tag für die Wiener Fleischerbranche, ein weiterer. Das Gerücht, dass Trünkel die neun der ursprünglich 25 Filialen im April... weiter





Wiener Prater

Die Erben der Zaubermeister

Franz Steidlers Bauchrednerpuppe steht jetzt im Circus- und Clownmuseum. - © Circusmuseum Wien. "Sebastian von Schwanenfeld, Basilio Calafati und Anton Kratky-Baschik: Das sind drei legendäre Zaubererkünstler... weiter




Prater

Erstes Kino als Kunstform

- © Kadotheum Wien Wien. "Karl Juhasz war das Gegenteil vom Hutschenschleuderer Liliom", meint Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums... weiter




250 Jahre Wiener Prater

Mit Courage und Löwenherz

- © Clownmuseum Wien. "1966 gab es im Prater mehrere Gründe zum Feiern", erzählt Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums, 50 Jahre später... weiter






Werbung


Werbung