Wien. Die Wiener Polizei geht nach dem Fund von Skelettresten auf einem Dachboden in Wien-Meidling vorerst nicht von einem Verbrechen aus. Die Knochen dürften aufgrund ihrer dunklen Färbung schon "uralt sein", sagte Polizei-Sprecher Roman Hahslinger am Mittwoch. Entdeckt wurden die Überreste von zumindest drei Personen am Dienstag kurz nach Mittag in der Schallergasse 45.
Eine gerichtsmedizinische Obduktion soll Aufschluss über die Hintergründe bringen. Das Ergebnis war Mittwochvormittag noch ausständig.
Am Dienstag gegen 12.30 Uhr entdeckten Bauarbeiter beim Umreißen einer Wand die rund 24 Knochenteile zwischen zwei Gemäuern und verständigten die Polizei.
Skelettfunde: nicht immer handelt es sich um Verbrechen
Funde von Leichenteilen in Wiener Kellern oder Gemäuern sind keine Seltenheit. Nicht immer handelt es sich dabei um Verbrechensopfer. Als spektakulärer Kriminalfall entpuppte sich allerdings in der jüngsten Vergangenheit die Entdeckung von "Kellerleichen" in der Owaldgasse in Wien-Meidling. Im Folgenden ein Überblick über ausgewählte Fälle der vergangenen Jahre:
6. Juni 2011: In der Meidlinger Oswaldgasse entdecken Bauarbeiter Leichenteile einbetoniert in Mörtelwannen in einem Kellerabteil. Tags darauf finden Ermittler Teile einer zweiten Leiche. Die gebürtige Spanierin Estibaliz C. gerät in Verdacht, zunächst ihren Ex-Mann und später ihren Ex-Liebhaber getötet, zerstückelt und die Leichenteile im Keller ihres Eissalons "Schleckeria" einbetoniert zu haben. Die Frau sitzt derzeit in Untersuchungshaft.
7. Juni 2010: Arbeiter entdecken bei Grabungen in einem Keller in der Innenstadt Knochenteile. In dem Haus in der Elisabethstraße werden an drei Stellen Schädelknochen und andere menschliche Überreste gefunden. Ermittlungen ergeben schließlich, dass sich an der Fundstelle einst ein Pestfriedhof befand.
6. Jänner 2009: Beim Entrümpeln eines Kellerabteils in der Apollogasse 9 in Wien-Neubau findet ein vom Mieter engagiertes Entrümplungsteam Skelettteile. Die Gebeine sind in einem Zeitungspapier eingewickelt. Untersuchungen ergeben, dass es sich um Studienobjekte handelte. Die Gebeine lagen schon zig Jahre in dem Keller.
23. Jänner 2008: In einem Wohnhaus in der Beingasse im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus finden Arbeiter am Dachboden menschliche Knochen. Es handelt sich dabei um die Überreste eines Neugeborenen, das bereits tot auf die Welt gekommen sein dürfte. Gefunden wurden das Skelett in einem Koffer. Die Überreste dürften bereits mehrere Jahrzehnte alt sein, dafür sprechen alte Zeitungen, die mit dem toten Baby aufbewahrt wurden.
21. September 2006: In einem Kellerabteil im Kaisermühlner Goethehof in der Donaustadt entdecken Einbrecher insgesamt neun Köpfe und flüchten Hals über Kopf ohne Beute. Eine Hausmeisterin findet die Überreste der Toten und schlägt Alarm. Doch Mord ist es nicht: Ein Schönheitschirurg hat Übungspräparate eingelagert.